Tom sagte, die Sache hätte sich folgendermaßen zugetragen:

»Ein Derwisch wanderte durch die Wüste; es war ein sengend heißer Tag und er ging zu Fuß und hatte schon seine tausend Meilen hinter sich und war sehr arm und hungrig und abgerissen und müde, und hier in der Gegend, wo wir jetzt sind, begegnete er einem Kameltreiber mit hundert Kamelen und bat ihn um ein Almosen. Der Kameltreiber sagte aber, er möchte ihn entschuldigen, leider könnte er ihm nichts geben.

»›Gehören dir denn nicht diese Kamele?‹ fragte der Derwisch.

»›Ja, sie gehören mir.‹

»›Hast du Schulden?‹

»›Wer – ich? Nein!‹

»›Nun, ein Mann, der hundert Kamele besitzt und keine Schulden hat, der ist reich – und nicht nur reich, sondern sogar sehr reich. Nicht wahr?‹

»Der Kameltreiber räumte ein, dies sei richtig. Da sagte der Derwisch:

»›Gott hat dich reich gemacht und Er hat mich arm gemacht. Er hat Seine Gründe und sie sind weise – gesegnet sei Sein Name! Aber Er hat befohlen, daß Seine Reichen Seinen Armen helfen und du hast dich von mir, deinem Bruder, in seiner Not abgewandt; Er wird dir das gedenken und es wird zu deinem Schaden sein.‹

»Dem Kameltreiber wurde unbehaglich zumute, als er diese Worte hörte; er war aber von Natur gewaltig aufs Geld erpicht und mochte nicht einen Cent missen. So begann er denn zu winseln und allerlei Entschuldigungen vorzubringen: es seien harte Zeiten, er habe zwar eine volle Ladung nach Balsora zu befördern, und bekomme dafür ein schönes Stück Geld, aber er könne in Balsora keine Rückfracht erhalten und darum werde seine Reise ihm nichts Rechtes einbringen. So machte denn der Derwisch sich wieder auf seinen Weg und sagte zum Abschied bloß: