»Schon fort?« Es klang unsagbare Enttäuschung aus den Worten.

»Ja. Der neue Fahrtenplan für Brixton und Umgegend ist heute ausgegeben worden. Die Zeitungen mußten eine Viertelstunde früher auf der Bahn sein. Ich bin gelaufen was ich konnte; wäre ich zwei Minuten später dagewesen, so – –«

Die Herren entfernten sich langsam, ohne das Ende seiner Rede abzuwarten. Eine Weile schritten sie stumm nebeneinander her, endlich sagte Cox ärgerlich:

»Was hat Sie nur geplagt, die Sache so zu übereilen. Es ist mir vollkommen unbegreiflich.«

Reichard war ganz betreten. »Jetzt sehe ich’s freilich ein,« sagte er; »vorher hätte ich mir’s gar nicht überlegt, bis es zu spät war. Das nächste Mal will ich gewiß – –«

»Das nächste Mal,« hohnlachte Cox. »So was kommt in tausend Jahren nicht wieder!«

Die Freunde trennten sich ohne Gruß und schleppten sich mühselig nach Hause, als hätte sie ein schwerer Schicksalsschlag getroffen. In atemloser Spannung warteten die Frauen daheim; sie lasen den Eintretenden die Entscheidung vom Gesicht ab, es bedurfte keiner Worte. Nun folgte in beiden Häusern eine sehr heftige, wenig freundliche Erörterung, wie sie bisher zwischen den Ehegatten noch niemals stattgefunden. Die Sache verlief hier und dort fast auf die gleiche Weise:

»Hättest du nur gewartet, Eduard,« sagte Frau Reichard; »aber nein, in deiner Gedankenlosigkeit läufst du stehenden Fußes nach der Druckerei und posaunst es in der ganzen Welt aus.«

»Auf dem Zettel stand doch, es sollte veröffentlicht werden.«

»Ach was! Es war dir freigestellt, es auch unter vier Augen abzumachen. Das kannst du doch nicht leugnen.«