»Ich will ihm sagen, er soll eine Schnitte von einer reifen Wassermelone essen.«

Das kam Achmet ziemlich unvermutet, und er lachte laut auf über die Absurdität dieses Gedankens, ehe er noch an sich halten konnte. Aber sein Lachen verstummte plötzlich, als er sah, daß er Ali damit gekränkt hatte. Er schlug ihn begütigend aufs Knie, und sagte:

»Es tut mir so leid, daß ich gelacht habe, Ali; es war gewiß nicht bös gemeint, und ich will’s nicht wieder tun. Weißt du, es schien mir so furchtbar spaßig, denn überall wo ein Soldatenlager ist und die Ruhr, da pflanzen die Aerzte ein Zeichen auf, welches besagt, daß jedermann, den man hier mit einer Wassermelone antrifft, mit der neunschwänzigen Katze zu Tode gepeitscht wird.«

»Ich weiß – diese Narren!« sagte Ali, Tränen und Aerger in der Stimme. »Es gibt so viele Wassermelonen und nicht ein einziger von all den Soldaten hätte es nötig gehabt, zu sterben.«

»Aber Ali, wie kommst du zu dieser Meinung?«

»Das ist keine Meinung, das ist eine Tatsache. Kennst du den alten grauköpfigen Neger? Der hat schon eine Menge von unsern Freunden geheilt; das hat meine Mutter selbst mit angesehen und ich auch. Man braucht nur eine oder zwei Scheiben Wassermelone zu essen und man ist kuriert, einerlei ob die Krankheit alt oder neu ist.«

»Komisch, so etwas. Aber wenn es wirklich so ist, so sollte man’s dem Sultan doch sagen.«

»Natürlich, und meine Mutter hat’s auch anderen Leuten gesagt, in der Hoffnung, sie könnten es ihm sagen. Aber es sind alles arme Leute und wissen nicht, wie sie es anfangen sollen, damit es der Sultan erfährt.«

»Das ist klar, daß es diese Dummköpfe nicht wissen,« sagte Achmet verächtlich. »Ich will es ihm sagen.«

»Du? du Mistfink?!« Und diesmal mußte Ali lachen. Aber Achmet erwiderte mit Ueberzeugung: