»Nichts gibt es in der Christlichen Wissenschaft, was unerklärlich wäre; denn Gott ist Eins, Zeit ist Eins, Individualität ist Eins; diese letztere aber kann Eins in einer Serie sein, Eins unter Vielen, wie zum Beispiel ein individueller Mensch, ein individuelles Pferd. Gott dagegen ist Eins – nicht Eins in einer Serie, sondern Eins für sich allein und ohne seinesgleichen.«

»Das sind edle Gedanken! Sie erwecken in einem den brennenden Wunsch, mehr zu erfahren. Wie erklärt die Christliche Wissenschaft die geistige Beziehung zwischen systematischer Dualität und accidentieller Deflektion?«

»Die Christliche Wissenschaft kehrt die scheinbaren Beziehungen zwischen Seele und Körper völlig um – sie macht den Körper der Seele tributpflichtig. In gleicher Weise hat die Astronomie die menschlichen Vorstellungen von der Bewegung des Sonnensystems umgekehrt. Die Erde bewegt sich, die Sonne dagegen steht still – obwohl der Mensch, wenn er die Sonne aufgehen sieht, unwillkürlich denkt, es sei doch unmöglich, daß die Sonne sich nicht bewege. So ist auch der Leib nur der niedrige Diener der unbewegten Seele, obwohl es den beschränkten Sinnen anders erscheint. Aber dies werden wir niemals begreifen, so lange wir glauben, daß die Seele sich im Körper befinde, oder daß die Materie belebt sei und daß im Unbegreiflichen der Mensch Ereignis werde. Seele ist Gott, unveränderlich und ewig; und der Mensch existiert neben der Seele und bietet ein Spiegelbild von ihr: denn das Alles-in-Allem bedeutet das Allzusammen und das Allzusammen umfaßt das All-Eins, Seelengeist, Geistseele, Liebe, Geist, Knochen, Leber – Eins von einer Serie, allein und ohnegleichen.«

Es ist sehr eigentümlich, zu beobachten, wie bei der Christlichen Wissenschaft die Worte hervorschießen. Besonders im dritten Stadium; da prasselt’s, daß man an Cholera denken möchte. Aber diesen Gedanken behielt ich für mich.

»Welchen Ursprung hat die Christliche Wissenschaft? Ist sie ein Geschenk Gottes, oder kam sie nur zufällig zum Vorschein?«

»Gewissermaßen ist sie ein Geschenk Gottes. Das will sagen: ihre wirkungsvollen Eigenschaften stammen von ihm; der Ruhm dagegen, diese Eigenschaften und ihre Verwendbarkeit entdeckt zu haben – dieser Ruhm gebührt einer Amerikanerin.«

»Ah! Wann fand denn das Ereignis statt?«

»Im Jahre 1866. Ja, das ist das ewig denkwürdige Jahr, in welchem Schmerz und Krankheit und Tod auf Nimmerwiederkehr von der Erde verschwanden. Das heißt: es verschwanden die Einbildungen, die man mit diesen Ausdrücken bezeichnet. Die Dinge selber hatten überhaupt niemals existiert; man brauchte daher nur zu bemerken, daß es solche Dinge nicht gäbe, um auch die Einbildungen schnell los zu werden. Die Geschichte und Natur der großen Entdeckung sind in diesem Buch hier niedergelegt und …«

»Schrieb die Dame das Buch?«

»Ja, sie schrieb es von Anfang bis zu Ende, eigenhändig. Der Titel lautet: