»Nichts Böses dabei! Du verrätst die Armierung des Forts und die Stärke der Besatzung und denkst dir nichts Böses dabei?«
Er ließ den Kopf hängen und schwieg.
»Höre, sprich frei von der Leber weg und laß das Lügen sein! Für wen war dieser Brief bestimmt?«
Er verriet jetzt Zeichen von Angst; doch schnell hatte er sich wieder zusammengenommen und erwiderte im Tone tiefsten Ernstes:
»Ich will Ihnen die Wahrheit sagen, Herr Major – die ganze Wahrheit. Der Brief war überhaupt niemals für irgend einen Menschen bestimmt. Ich schrieb ihn bloß für mich selbst, um mir einen Spaß zu machen. Ich sehe jetzt ein, wie verkehrt und wie albern das war; aber das ist auch das einzige Anstößige dabei, Herr Major, bei meiner Ehre.«
»Ah, das freut mich. Es ist gefährlich, solche Briefe zu schreiben. Ich hoffe, du bist sicher, daß dies der einzige ist, den du schriebst.«
»Jawohl, Herr Major, vollkommen sicher.«
Diese Verstocktheit war verblüffend. Er sagte seine Lüge mit dem ehrbarsten Gesicht von der Welt. Ich wartete einen Augenblick, um den in mir aufsteigenden Aerger niederzuzwingen; dann sagte ich:
»Wicklow, rüttle jetzt mal ein bißchen dein Gedächtnis auf und sieh zu, ob du mir nicht bei zwei oder drei kleinen Sachen helfen kannst, die ich gerne wissen möchte.«
»Ich will mir die allergrößte Mühe geben, Herr Major.«