Ich schickte ihn wieder in Arrest und ließ die beiden anderen einzeln vortreten. Dasselbe Ergebnis. Der Junge gab über jeden von ihnen eine bis in die kleinsten Einzelheiten gehende Geschichte, ohne jemals sich auf ein Wort oder eine Tatsache besinnen zu müssen; aber alles, was ich aus den beiden Kerlen herauskriegen konnte, war die entrüstete Versicherung, es sei alles gelogen. Sie wollten nichts gestehen. Ich ließ sie wieder in Haft abführen und dann die übrigen Gefangenen, einen nach dem anderen, antreten. Wicklow gab die ausführlichste Auskunft über sie – aus welchen Städten im Süden sie waren, und schilderte mit allen Einzelheiten ihre Beteiligung an der Verschwörung.

Aber sie bestritten sämtlich seine Angabe und kein einziger von ihnen bekannte das Geringste. Die Männer tobten, die Weiber weinten. So wie sie es darstellten, waren sie alle unschuldige Leute aus dem Westen und liebten die Union über alles in der Welt. Voll Ekel ließ ich die Bande wieder einsperren und fuhr in Wicklows Verhör fort:

»Wo liegt Nr. 166 und wer ist B. B.

Aber hier war die Grenze, die er sich selber gesetzt hatte. Weder Schmeicheln noch Drohen übte irgend welche Wirkung auf ihn. Die Zeit flog dahin – es war unumgänglich nötig, zu scharfen Maßregeln zu greifen. Ich ließ ihn also an den Daumen gebunden hochziehen. Als die Schmerzen ärger wurden, stieß er ein herzzerreißendes Geschrei aus, das ich kaum anzuhören vermochte. Aber ich blieb fest, und sehr bald schrie er heraus:

»O, bitte, bitte, lassen Sie mich herunter; dann will ich sprechen!«

»Nein – du wirst sprechen, bevor ich dich herunterlasse.«

Jeder Augenblick bedeutete Todesqual für ihn. Und so kam’s heraus:

»Nr. 166, Adler-Gasthof!«

Dies war der Name einer verrufenen Wirtschaft drunten am Hafen, wo gewöhnliche Arbeiter, Küstenschiffer und zweifelhaftes Gesindel zu verkehren pflegten.

Ich ließ ihn also los und verlangte sodann Auskunft über den Zweck der Verschwörung.