So stehet es auch zum hefftigsten vnsauber, wenn allerley Lateinische, Frantzösische, Spanische vnnd Welsche wörter in den text vnserer rede geflickt werden; als wenn ich wolte sagen:

Nennt an die courtoisie, vnd die deuotion,

Die euch ein cheualier, madonna, thut erzeigen:

Ein' handvol von fauor petirt er nur zue lohn,

Vnd bleibet ewer Knecht vnd seruiteur gantz eigen.

Wie selttzam dieses nun klinget, so ist nichts desto weniger die thorheit innerhalb kurtzen Jharen so eingeriessen, das ein jeder, [E 1b] der nur drey oder vier außländische wörter, die er zum offtern nicht verstehet, erwuscht hat, bey aller gelegenheit sich bemühet dieselben herauß zue werffen, Da doch die Lateiner eine solche abschew vor dergleichen getragen, das in jhren versen auch fast kein griechisch wort gefunden wird, das zwar gantz griechisch ist. Dann Juuenalis setzet inn einem orte ζωὴ καὶ ψυχή, eben dieselben auß zue lachen, die sich in jhren buhlereyen mit griechischen wörtern behelffen: in dem andern orte aber thut er es darumb, das er die schändliche sünde, daran Christen auch nicht gedencken sollen, lateinisch auß zuesprechen abschew treget: wiewol er sonsten kein blat für das maul nimpt. Was aber die nomina propria oder eigentlichen namen der Götter, Männer vnd Weiber vnd dergleichen betrifft, dürffen wir nach art der Lateiner vnd Griechen jhre casus nicht in acht nemen, sondern sollen sie so viel möglich auff vnsere endung bringen. Als, ich mag künlich nach der Deutschen gebrauche sagen:

Der schnelle plitz, des Jupiters geschoß,

vnd nicht, des Jouis. Item, der Venus pfeile, nicht veneris. Wie es denn auch die Römer mit den griechischen wörtern machen. Die Frantzosen gleichfals. Bartaß in seinem Buche, dem er den titel die Herrligkeit gegeben:

Vn grand Gymnosophiste, vn Druyde, vn Brachman.

Item die Hollender. Als Heinsius: