Sie kam zum Schloss gegangen
— Die Sonne erhob sich kaum —
kam zum Schloss gegangen,
Die Ritter blickten mit Bangen
Und es schwiegen die Fraun.

Sie blieb vor der Pforte stehen
— Die Sonne erhob sich kaum —
blieb vor der Pforte stehen;
Man hörte die Königin gehen
Und der König fragte sie:

Wohin gehst du? Wohin gehst du?
— Gib acht in dem Dämmerschein —
Wohin gehst du? Wohin gehst du?
Harrt drunten jemand dein?
Sie sagte nicht Ja noch Nein.

Sie stieg zu der Fremden hernieder
— Gib acht in dem Dämmerschein —
Sie stieg zu der Fremden hernieder,
Die schloss sie in ihre Arme ein.
Die beiden sagten nicht ein Wort
Und gingen eilends fort.

Der König, der hat an der Schwelle geweint
— Gebt acht, wenn der Dämmer scheint —
Der König, der hat an der Schwelle geweint.
Man hörte der Königin Schritte verhallen,
Man hörte welke Blätter fallen.

X

(aus »Aglavaine und Selysette«)

Als ihr Geliebter schied
(Ich hörte die Türe gehn),
Als ihr Geliebter schied,
Da hab' ich sie lächeln sehn ...

Doch als er wieder kam
(Ich hörte des Lichtes Schein),
Doch als er wiederkam,
War ein andrer daheim ...

Und ich sah den Tod
(Mich streifte sein Hauch),
Und ich sah den Tod,
Der erwartet ihn auch ...