Das ist nur eitler Übermut der Lebenden.
Und doch glaubt dieselbe Hekabe, daß in der Unterwelt der Vater, Hektor, die Wunden des Sohnes heilen wird. Soviel Inkonsequenz herrscht bei einer ja ungewissen Sache.
In Ausnahmefällen geschah auch den Gräbern Verehrung. Was der Chor in dem vorgenannten Drama Alkestis bei der ergreifenden Totenfeier noch spricht:
Nicht wie das Grab anderer sei deiner Gemahlin Grab
Angesehn; zu ihm wie zu den Göttern,
Betend ehr’ es der Wanderer!
Und mancher, die Pfade seitwärts wandelnd, redet das Wort:
„Sie starb, den Gemahl zu retten;
Nun ward sie selige Göttin.
Heil, Holde, dir! Glück gewähr uns!“