OROSMIN (zurückgelehnt):
Das alles ist höchst wunderbar. Und in meinem Herzen ist ein so seliges Gemisch von Abspannung und Frische zugleich, daß ich meine, ich könnte gleich einem guten Dutzend solcher Phantasien jetzt das Leben zeugen . . . Gute Sonne, gewiß bin ich ein Sonntagskind, ich habe eine Kraft und einen Frieden in mir, daß ich bald anfangen werde, mich zu schämen, wenn nicht ein Unglück mit mir geschieht. Ich laure hier, ich warte, aber das stärkt mich nur, statt zu ermüden . . . (Leise Klänge werden aus der Wirtsstube vernommen.) Ach, Musik, das kommt zur rechten Zeit. Man sagte mir, daß sie das Dunkelste in der Brust aufzulösen versteht und in etwas Neues, in Kristalle ihrer eigenen Art überführt. So wie der galvanische Strom Stoffe entkettet und am andern Pol nach seiner Idee zusammenkettet. Die Gebilde sind gleich unverständlich vorher und nachher, aber in der Bewegung und Veränderung mag etwas liegen, was unserer Klarheit näher kommt als das Trübe vorher, das Trübe nachher . . . Was für eine Art Musik ist das?
DER WIRT:
Euch zu dienen, es ist ein Klavierspieler, ein Bursch, der meine Gäste belustigt. Er spielt und singt.
OROSMIN:
Heiß ihn näher kommen und vor mir singen.
(DER KRÜPPEL, vom Wirt gerufen, kommt aus dem Lokal, geht über die Bühne und setzt sich ans Klavier. Er spricht zu seinem Spiel):
DER KRÜPPEL:
Was galt je und heute
Mir der Erde Pracht!