Reise
durch den
Stillen Ozean

von
Max Buchner.

BRESLAU.
J. U. KERN's VERLAG (MAX MÜLLER).
1878.

Das Recht der Uebersetzung wird vorbehalten.

INHALT.

Seite
I.Ausfahrt[1]
Einschiffung und Abschied. Die Elbe hinab. Zänkereien und trübeAuspizien. Gefahr einer Kollision. Sturm und Orkan. Todesangst im Zwischendeck.Alles kaput geschlagen. Hannes, der seekranke Kajütsjunge. Gefahrzu scheitern. Der Nordsee glücklich entronnen.
II.Im Nördlichen Atlantischen Ozean[20]
Ungünstige Winde und Windstille. An Madera und an den Kapverdenvorbei. Schiffsleben und Zänkereien. Nationale Gegensätze. Kindstaufen,Geburtshilfe auf See und ein zärtlicher Gatte. Die Polakei in Aufruhr. Dasgestohlene Salzfleisch. Zoologische Belustigungen. Schleppnetzbeute. FliegendeFische. Vergebliches Harpuniren. Haifischfang. Korrespondenz mit anderenSchiffen. Besuch auf einem Portugiesen. Unsicherheit in der Nautik.
III.Im Südlichen Atlantischen Ozean[46]
Andere Sterne. Das Passiren der Linie und Neptunsfest. AequatorialeSchwitzkur. Pantomimik. Weihnachten und Neujahr. Fernando Noronha.Endlich Südostpassat. Typhus, Leichenbestattungen, traurige Aussichten.
IV.Im Indischen Ozean[57]
Um das Kap herum. Segeln vor dem Sturm. Die Crozet Islands. UnsereTyphusepidemie steigt. Gedrückte Stimmung. Zur Naturgeschichte der Seeleute.Albatrosse und sonstige Vögel. Ventilationseigenthümlichkeiten.
V.Ankunft in Neuseeland und Quarantäne[68]
Zum ersten mal Grund. Neuseeland erscheint. Die ersten Zeitungen.Ankunft des Lootsen. Der Anker fällt. Pulverunglück. Die Hafenbehörde.Sturm und Landungsschwierigkeiten. Bewegtes Dasein. Aufruhr der Elementeund der Menschen. Mitternächtige Todtenbestattung. Ruhigere Zeit. Dieidyllische Insel. Ueberall »Billig und schlecht«. Zoologisches. Endlich frei.
VI.Wellington[87]
Erste Eindrücke. Lage der Stadt. Sehenswürdigkeiten. Das Museum,der botanische Garten, das Athenäum, der Gerichtshof. Allgemeines überNeuseeland. Der Königin Geburtstag. Die Maoris. Mortalität auf Auswanderersegelschiffen.
VII.Von Wellington nach Ohinemutu[96]
Ein Neuseeländischer Urwald. Die Post und ihre Gefahren. Pahantanui,Otaki und Foxton. Neuseeländische Eisenbahngemüthlichkeit und ein eisenbahnfiebrigerMaori. Die Manuwatu Gorge und der Seventy Miles Busch. Palmerston,Waipakarao und Waipawa. Die Repudiation Office von Te Aute. Ein Tagin Napier. Farnhügellandschaft. Tarawera und seine Soldateska. Kalibanin der Wildniss. Opipi. Ein Tag in Tapuacharuru. Mister Jack the Guideof Taupo. Nächtlicher Skandal.
VIII.Ohinemutu und Rotomahana[126]
Die heissen Quellen und ihre Verwendung. Ein Badeort in des Wortesverwegenster Bedeutung. Legende von der schönen Hinemoa. Maorialterthümer.Ausflug nach Wakarewarewa. Das Labyrinth der Schmutzvulkane.Die Geyser. Der missglückte Haka. Ein interessantes liederlichesKleeblatt. Ausflug nach Rotomahana. Wairoa und seine internationalenWegelagerer. Stürmische Kanuufahrt über den Tarawera. Streitigkeiten mitden Maoris. Ueberall kocht das Verderben. Ungemüthliche Nacht. Tetarataund Otukapuarangi. Mister Davis und seine Singschule.
IX.Von Ohinemutu nach Auckland[159]
Abschied. Pokohorungi und der Oropibusch. Maoriskulpturen. Einemisstrauische Waldfamilie. Der Sergeant Apro Pioaro und seine GattinMangorewa. Tauranga. Reges Leben und Nasendrücken. Abermals einStück Neuseeländischer Bummelei. Der Dampfer Rowena. Mercury. Ankunftin Auckland.
X.Auckland und Thames Goldfields[171]
Sehenswürdigkeiten. Das Northshore. Die Regenzeit hält ihren Einzug.Fahrt nach den Thames Goldfields. Goldgewinnungsprozess. Die Minenund der Schacht der United Pumping Association. Stürmische Rückkehr.Zwei vornehme Maoridamen vom Lande. Auf den Mount Eden. Die KingCountry und die Abolitionists. Reiseprojekte.
XI.Von Auckland nach Kandavu[187]
Die Pacific Mail. Auf der City of San Francisco eingeschifft. Beschreibungdes Dampfers und seiner Attribute. Aeusserer Glanz und innere Dürftigkeit.Die chinesischen Mahlzeiten. Gang der Reise und Wetter. Der vierte Juli.Reiseplanzweifel.
XII.Wailevu[195]
Allgemeines über Viti. Ankunft in Kandavu. Herrn Kleinschmidt kennengelernt. Gepäckschwierigkeiten. Meine ersten echten Wilden. Das Hotelvon Wailevu und seine Eigenthümlichkeiten. Drei junge Flibustier mittrüben Aussichten. Eine interessante Tischgesellschaft. Besuch beim Doktor.Kawa-Gelage. Zauberhafte Tropennacht.
XIII.Gavatina und Sanima[214]
Der Isthmus Yarambali. Das Sonntagspublikum von Namalatta. Bootfahrtan der Nordseite Kandavus entlang. Gavatina, unser idyllisches Thal. Niketiund Ruma. Besuche der Wilden. Der Tui und die Marama. Ethnologisches.Der Busch, seine Mühen und seine Thierwelt. Kanuubau hoch oben aufdem Berge. Riffleben und Fischfang. Spaziergang nach Sanima. Tapa-Bereitung.Doktor Hink und seine Kopra-Projekte. Gottesdienst in Sanima.Das Missionswesen auf den Inseln. Kehrseiten der Tropenpracht. Klimatischesund Kulinarisches. Die Kokospalme und ihre Anwendungen. Enge Verhältnisse.
XIV.Besuch in Waidule[261]
Begegnung mit dem Tui. Ein Mangrovesumpf und seine Freuden. Taubenund Mimosen. Nachtlager in Wunokene. Fliegende Hunde. Rabuelu.Entzückende Rundsichten. Taropflanzungen. Kawa-Gelage in Soso. Nachtlagerin Go Kandavu. Ein Meke Meke. Ankunft bei Charly. Rasch ab nachWailevu. Ungemüthliche Bootfahrt. Heimkehr.
XV.Besteigung des Bukelevu[281]
Landung in Dangai. Mandrai und Arrowroot. Improvisirte Naturalienhändler.Ausflug nach Dalingele. Tonganer. Festessen und Kawa-Gelage.Ein schwindsüchtiger Häuptling. Die heissen Quellen. Unfall und Nothzucht.Mühseligkeiten des Bukelevu. Hungersnoth und Kälte. Abstieg. Schneckenfrühstückin Lomadsche. Sonntagstoilette der Insulanerinnen.
XVI.Letzte Tage auf Kandavu[305]
Mit dem Kutter nach Namalatta. Ein kleiner Albino. Festgäste von Tavuki.Wieder im Hotel zu Wailevu. Packerei und Einkäufe. Der Regierungshäuptling.Ankunft der Zealandia und Gerichtsverhandlung. Das InselchenAngaloa.
XVII.Von Kandavu nach Honolulu[312]
Gang der Reise. Abermals die schmähliche Knauserei der Pacific MailSteam Shipping Company. Der Obersteward und sein Servirreglement. DieAequatorkalmen. Die Passagiergesellschaft. Ausflüsse der Langweile. ZweiBonzen englischer Rasse.
XVIII.Honolulu[322]
Ankunft. Wieder der Reverend Mister Shark. Erste Eindrücke von Honolulu.Geschichtliches, Ethnologisches und Erotisches. Sehenswürdigkeiten.Die Regierung, das Parlament, das Militär. Amerikanerthum und Deutschthum.Die Chinesen. Klima und Sanität. Die Leprosen. Der Fischmarkt. DieUmgebung. Ritt nach dem Pali.
XIX.Von Honolulu nach Hilo[344]
Ihre Königliche Hoheit Ruth Keelikolani. Morgentoilette der Reisegesellschaft.Lahaina und Kawaihae. Das Hotel zu Hilo. Unser VergnügungskommissärHapai. Brandungschwimmen. Die höhere weibliche Schuljugendim Bade. Hula Hula und Konzert. Der Rainbow Fall.
XX.Besteigung des Kilauea[357]
Wilder Ausritt. Das Halfway House zu Olaa. Der Krater thut sich auf.Das Volcano Hotel und seine Vorzüge. Besuch des kochenden Lavakessels.Mondschein und Hölle. Beschwerlicher Abstieg nach Puna. Erstarrte Lavaströmeund eingestürzte Lavadome. Kapitän Eldart und sein Gehöft Kapoho.Die warmen Quellen. Awa und Brotfrucht. Glücklich wieder in Hilo.
XXI.Von Hilo nach Honolulu[376]
Eine seltsame Todtenfeier. Kapitän Spencer und seine Zuckersiederei. DerKilanea kommt nicht. Ein Hawaiisches Souper und Abschied von Hilo.Nächtliche Bootfahrt nach Kohala. Konflikt mit dem Sabath und abermalsfort. Landung auf Maui. Ein interessanter Mann der Presse. Der Bäckervon Lahaina. Stürmisches Wetter. Endlich in Honolulu.
XXII.Letzte Tage in Honolulu[393]
Das Walboot und der Stadtklatsch der Honoluluianer. Audienz beimKönig. Festliche Zurüstungen. Bad im Kapena. Tanzvergnügen. DerDeutsch-englische Klub. Besuch verschiedener Kirchen. Die Missionäre.
XXIII.Von Honolulu nach San Francisco[400]
Abschied von den glücklichen Inseln. Die Zealandia und ihre Gesellschaft.Unsere schöne Helena, der alte Schiffsdoktor und eine interessante Geschäftsreisende.Langweile und Kriegsgerüchte. Ankunft des Lootsen. Das GoldeneThor.
XXIV.San Francisco[408]
Allgemeiner Charakter der Stadt. Die Chinesen und ihr Viertel. ChinesischeHurenhäuser, Opiumbuden und Spielhöllen. Das Yu Henn Choy Theaterund das Dschosshaus. Chinesische Dramaturgie. Sabathschänderisches Getriebeder San Franciscaner. Sonstige Sehenswürdigkeiten. Woodwards Garden.Ein gefährlicher Sonntagsspaziergang. Das Cliff House und seine zoologischenGenüsse. Ground Squirrels.
XXV.Von San Francisco nach Salt Lake City[429]
Auf der Pacific Bahn. Die Sierra Nevada. Ein phänomenales landschaftlichesScheusal und ein überschwengliches Guidebook. Indianer. Die Mormonenstadt,das Tabernakel und das Mormonenthum. Eine Versammlung derHeiligen des jüngsten Tages. Ausflug nach Lake Point und Bad in demgrossen Salzsee. Camp Douglas.
XXVI.Von Salt Lake City nach New York[448]
Frömmigkeit und Prellerei. Emigrantenzüge. Die Prairien. Omaha. Eineunangenehme Nacht. Präsidentenwahl zum Zeitvertreib. Niagara Fall undStadt. Das Amerikanische und das Kanadische Ufer. Praktischer Sinn derNiagarenser. Herbstliche Färbung.
XXVII.Heimkehr[460]
Die Centennial Exhibition in Philadelphia. Abschied von New York.Ankunft in England und Landung In Liverpool. Sonntagsöde. Auffahrt desMayors. Ueber London nach Hamburg.

I.
AUSFAHRT.

Einschiffung und Abschied. Die Elbe hinab. Zänkereien und trübe Auspizien. Gefahr einer Kollision. Sturm und Orkan. Todesangst im Zwischendeck. Alles kaput geschlagen. Hannes, der seekranke Kajütsjunge. Gefahr zu scheitern. Der Nordsee glücklich entronnen.

Aus Reiselust war ich Schiffsarzt geworden. Der Drang in die Ferne hatte mich veranlasst, auf Postdampfern siebenmal zwischen Europa und Amerika hin und her zu fahren. Derselbe Drang hatte mich in die emporkeimende deutsche Marine getrieben, von dieser jedoch mir nur die ganze Misere eines anderthalbjährigen Aufenthalts in jenem traurigsten Erdenwinkel, so Jadegebiet heisst, und die Freuden und Leiden eines dreimonatlichen Uebungsgeschwaders zu Theil werden lassen.

Ich konnte allerdings gewiss sein, mit meinen Seereisen manchem Binnenländer, der Zeit seines Lebens von einer Spritztour nach Helgoland bramarbasirt, imponiren zu können, ich war aber noch nicht befriedigt und verlangte nach mehr.