Meine Ohren horchen in die Nacht,
Wie der Regen seinen Tanzschritt macht.
Ruhe, eine der uralten Ammen,
Singt ihr Lied mit Dunkelheit zusammen,
Und der Regen tanzt auf flinken Füßen.
Alle handeln wie die Herzen müssen,
Alle wandeln frisch und unverfroren.
Nur die Liebe wird mit Angst geboren,
Nur der Sehnsucht ruhen nie die Ohren.

Ich möcht' wie ein Baum mich am Weg aufpflanzen

Ich möcht' wie ein Baum mich am Weg aufpflanzen,
Mit jedem Blatt in der Liederluft tanzen.
Ich möchte mir Flügel schaffen wie Finken
Und in der Liedluft hinfliegend versinken.
Ein Lied verschiebt Berge und Dächer und Wände;
Ich möchte im Mai jetzt ein Nachtsänger sein
Und säng' mich im Schlaf zu der Liebsten hinein.
Ich möchte, ich möchte, ich möchte ohn' Ende –
Und hab' zum Umfangen nicht mehr als zwei Hände.

Das Dunkel griff uns um den Leib

Die Nacht am Fuß des Berges stand,
Jed' Blatt ward eine dunkle Hand,
Der Weg uns unter den Füßen schwand.

Auf Moos und Wurzeln klang hohl der Tritt,
Und hinter uns gingen bei jedem Schritt
Waldbäume in schweren Scharen mit.

Das Dunkel griff uns um den Leib,
Und Bäume, umschlungen wie Mann und Weib,
Sagten mit toten Gesten: »Bleib«.

Die Wege wurden wie tiefe Schlünde,
Als ob man an offenen Gräbern stünde
Und jeder zu einem Sarg hinmünde.

Viele Fäuste haben geballt, gedroht,
Es war alle Liebe vom Tage tot,
Eng Blatt bei Blatt wuchs im Finstern die Not.

Als ob uns die Schritte verjagten und bannten,
Wir uns einander bald nicht mehr erkannten,
Stets fliehend vor Nacht durch Nacht wir rannten.