Alle im Theater weinten; und keiner, der je zum Biwasee kommt und den Abendschnee am Hirayama bewundert, vergißt der Geschichte des Liebenden zu gedenken, den das Unglück weiß wie Schnee machte.
Der Mond, der ohne Wärme lacht
Drüben über dem Fluß in der Nacht
Schwimmen die Berge im mondigen Nebel.
Im Fluß, im dunkeln, da funkeln sacht
Die hellen Wellen in grellen Kreisen.
Im Himmel steht, großes Feuer entfacht –
Der Mond, der ohne Wärme lacht,
Wie einer, den Liebe längst umgebracht.
Nun lebt er noch als Geist bedacht.
Die Liebe kennt das Wörtlein »sterben« kaum
Nachtwinde umschauern die Fenster
Und dicken Mauern des Hauses.
Waldgipfel kauern drunten im Düstern.
Im Loch der Nacht lauern
Wie eines Raubtiers Nüstern – Todesgedanken.
Es ist, als ob die uralten Wände wanken.
Ein Käuzchen lockt mit Geschrei
Den Schauder der Sterbestunde herbei.
Sein Hilferuf gellt wie von einem, der sich die Stirn zerschellt.
Waldblätter rasseln und Regen fällt,
Und still ist auf einmal wieder die Welt,
Als ob jemand die Atemzüge dir zählt.
Zu meiner Seite aus tiefen Kissen
Spricht die Liebste im Traum.
Ihr Traumwort hat allen Spuk mir zerrissen –
Die Liebe kennt das Wörtlein »sterben« kaum.
Worte sterben, wenn die Träne spricht
Eine Träne, wenn gequält aus dem Auge kroch,
Wenn sie fällt, schlägt ein Loch in die Welt.
Wenn die Träne sich bewegt, trägt sie Last;
Berge rollen bei der schweren Träne Hast.
Tränen leben sich zum bittersten Genuß;
Worte heben Tränen oft ans Licht.
Tränen eine Gnade dir nur geben:
Worte sterben, wenn die Träne spricht.