«Kennst du die Rindensprache der roten Kryptomerienbäume?»

«Natürlich», sagte die Frau ebenso rasch. «Ich habe zwar nie einen solchen Baum gesehen, ich kenne aber seine Rindenschrift wie die Linien meiner Hand.»

Ata-Mono fragte noch rascher:

«Weißt du, wo die Harfe liegt, die ich suche?»

«Natürlich», antwortete ebenso rasch die Frau. «Alle Bäume erzählen es, daß die Harfe im kleinen, ewigen Feuerland liegt.»

«Weib, weißt du den Weg dorthin?»

«Natürlich. Ich werde ihn dir schon zeigen. Wenn du mich zu deiner Frau gemacht hast, werde ich ihn in Erfahrung bringen. Alles wird mir gelingen, wenn du mich liebst.»

«Wirst du mir treu bleiben, wenn ich dich heirate, und willst du die Unsterblichkeit mit mir teilen?»

«Treu bleiben?» fragte das Weib und schmollte. «Das ist das Natürlichste von der Welt. Das verspreche ich dir gar nicht. Aber die Unsterblichkeit werde ich natürlich mit dir teilen.» – –

Ata-Mono betrat die Stadt nicht. Siebenundneunzig Schritte vor der Stadt, heißt es in den chinesischen und japanischen Chroniken, legte er seinen Arm um ein Weib. Aber nicht um das Weib, das er ausgefragt hatte, und welches immer so geläufig «natürlich» geantwortet hatte, sondern um eines, das daneben gestanden und zu allem gelacht hatte, melodisch und freundlich wie eine singende Glocke.