Aber Graswürzelein warf, als er sich abwandte, das Geldstück in das Feuer des Ofens, geradeso, als wäre es eine Tonscherbe. Und als ihr Oizo Lebewohl sagte und ihr nochmals dankte, sagte sie:
«Warum soll ich dir Lebewohl sagen! Ich weiß ja doch, daß du wiederkommen mußt.»
«Das wäre nur ein Zufall, wenn ich wiederkäme», sagte Oizo.
«Die Götter von Katata kennen keinen Zufall», murmelte Graswürzelein und blies in das Feuer. –
Der Maler ging nach Kioto und malte den Saal nach dem Gedankengang des Schriftzeichens auf silbergrauen Grund: den dämmernden Baum im Abend, die Hügellinie und grau und weiß die große Zackenschleife in der Luft, welche die fliegenden Wildgänse beschreiben.
Wie Oizo noch am Malen war, kam einer seiner Kameraden, ein anderer Maler, der auch draußen in Katata gewohnt hatte, und lachte ihn aus, weil er sich immer so geheimnisvoll in den Saal einschloß, den er malte, und die andern nicht wissen lassen wollte, wie der Schriftzug des Gänsefluges hieße.
«Du machst dich lächerlich, daß du dich hier einschließt und nichts von der Welt wissen willst als nur deine Malerei. Komm heute abend mit mir in die Theaterstraße von Kioto. Ich verspreche dir, daß ein Besuch in der Theaterstraße deiner Malerei mehr nützen wird, als du glaubst.»
Oizo, der die Aufrichtigkeit seines Freundes kannte, gab diesem nach und ging mit ihm schweigend in der Nacht vom Bergtempel hinab über die Brücke in die Stadt zur Theaterstraße, wo erleuchtete Budenreihen und farbige Lampen waren und große Leinwandmalereien in der Nachtluft wie Fahnen flatterten und Szenen aus den Theaterstücken schilderten.
Verblüfft blieb Oizo am Eingang der Straße stehen. Da war ein Papierlaternenverkäufer. Der hatte Lampen aus ölgetränktem Pflanzenpapier, und auf jeder Lampe war das Schriftzeichen des geheimnisvollen Gänsefluges gemalt, das er aus Katata mitgebracht hatte, das Schriftzeichen der Wildgänse, des Hügels und des Baumes, von dem er geglaubt hatte, daß es nur allein ihm, der Tochter des Töpfers und der Prinzessin bekannt sei.