Als ich im Hause in meinem Zimmer den Regenschirm holte, erschien mein Freund plötzlich unter der Tür, und rief aus: „Ah, du hast einen eisernen Ofen im Zimmer! Ich habe zu Hause leider nur einen Kachelofen. Und wenn ich gestern einen eisernen Ofen im Zimmer gehabt hätte, hätte ich mein Waschwasser in kölnisches Wasser verwandeln können.“
Ich wurde ganz traurig und ich ließ ihn reden. Er aber stellte einen Stuhl an den Ofen und bat mich, auf den Stuhl zu steigen. Ich sollte mit der einen Hand den Ofen berühren. Meiner anderen Hand reichte er den Zipfel seines Taschentuches hin.
Er behauptete, das Taschentuch sei jetzt mit seiner Elektrizität ganz gesättigt. Er hatte vorher Wasser in die Waschschüssel gegossen und hielt nun mit der rechten Hand das andere Ende des Taschentuches. Seine linke Hand aber tauchte er in das Waschbecken.
„Nun ist der Strom hergestellt,“ triumphierte er. „Soll ich nun das Wasser in Rosenwasser oder in kölnisches Wasser verwandeln?“
Ich mußte beinahe auflachen. Aber er bat mich inständig, meine Gedanken zusammenzufassen, und wir entschieden uns, das Waschwasser in Rosenwasser zu verwandeln.
Plötzlich rief er: „Ach, ich habe ganz vergessen; du bist nicht isoliert genug. Ziehe deine Stiefel aus!“
Dagegen sträubte ich mich, und er ließ es dabei bewenden, daß ich die Stiefel anbehalten durfte.
Unser Anblick wäre für einen plötzlich Eintretenden äußerst komisch gewesen. Feierlich schweigend bildeten wir die Stromkette vom Ofen bis zum Waschtisch, und als Verbindungsglied zwischen mir und meinem Freund schwebte das weiße Taschentuch.
Nach einer kleinen Weile sagte er: „Jetzt ist es genug. Jetzt muß die Verwandlung fertig sein.“ Und er nahm von meinem Schreibtisch ein Stück Fließpapier, tauchte es vorsichtig in das Wasser, roch dann an dem durchtränkten Papier und behauptete, daß es einen schwachen Rosengeruch habe.