Sie stellten fest, daß noch etwas Glut im Aschenkasten gewesen war, und daß der Hausrock, getränkt mit chemischen Dünsten, einen Funken geweckt hatte und verglimmt war. –
Am nächsten Nachmittag, ehe der Photograph zum Hafen ging, kam der Chinese Ling-Sung von drüben aus seinem Haus, kam herüber über die Straße und blieb an den weißen Stufen des Treppenabsatzes stehen, wo Marmie wie immer ihre Postkarten malte.
Die junge Frau sah erstaunt von ihrer Arbeit auf und dachte einen Augenblick: »Der Chinese steht da wie gestern nachmittag, als ich von ihm träumte und mit der Nadel sein Bild durchstach.«
Ling-Sung winkte dem Photographen und flüsterte ihm ins Ohr: »Die Gabriela Tatoto ist gestern nachmittag in ihrem Landhaus gestorben. Eine Schlange kam aus ihrem Garten und hat sie in die nackte Brust gebissen, als sie auf ihrem Stuhle lag und schlief. Die Schlange wollte Jagd auf das Chamäleon machen, das immer auf Gabrielas Arm saß. Aber die Kurtisane erwachte und schlug im Schreck nach der giftigen Schlange, die dann wütend zubiß. Die Tatoto ist kurz darnach am Giftbiß gestorben. Alle Leute machen heute Jagd auf die Schlangen in ihren Gärten. Ich möchte gern Ihr Mungos heute abend leihen, um auch meinen Garten absuchen zu lassen.«
Der Photograph versprach Ling-Sung das Mungos für den Abend, und der Chinese ging dankend und grüßend wieder hinüber.
Marmie lief in die Küche und holte das kleine Mungos von der Kette, lockte es in den Garten und ließ das Tierchen, das der beste Schlangenwächter ist, die Büsche absuchen.
Aber ihr Mann griff sich, als er allein war, an die Brust und atmete erleichtert auf, da er das Bild der verführerischen Kurtisane nicht mehr im Futter seines neuen Rockes fühlte, das Bild, das Marmie gestern im Schlaf durchstochen hatte, und welches mit dem Rock am Herd verbrannt war.
Holongku war von jetzt ab nie mehr abwesend und vergeistert und starrte nicht mehr stundenlang in das blaue Licht von Penang, das wie Mondschein im Sonnenschein ist.
Likse und Panulla
Likse, eine chinesische Wasserverkäuferin und Panulla, eine singhalesische Straßendame, saßen im Haftlokal der Polizeistation auf der »Gelben Straße« in Singapore.