Einzelne Ausflügler aus der Stadt wurden auf den Goldbergen sichtbar. Beschauten sich die Gegend, zeigten sich dies und das. Betonten ihre Naturliebe, legten die schöne Aussicht sich wechselseitig ans Gemüt. Möglich, daß sie harmlos waren. Möglich auch, daß sie Kundschaft trieben. Halten wir die Augen offen! Warten wir, ob es einen Gang der Handlung geben wird.

Nun zwei Familien mit Kindern — sogar ein Kinderwagen ist dabei — steuern treuherzig auf die Baracke zu. Lagern sich unweit von ihr im Freien — wozu es eigentlich noch zu kühl ist, da die Sonne fehlt. Holen ihre Atzung hervor, ziehen Thermophorflaschen aus den Kinderwagenkissen.

Die Kleinen laufen herum, sehen die Hühner und den vornehm wie ein ehernes Bildwerk ruhenden Muz. Zutraulich kommen sie näher, mit dem Hund möchten sie spielen. Der aber ist nicht kinderlieb und blickt sie nur wachsam unnahbar an. Mit den stumpfsinnigen Hühnern läßt sich keine Kameradschaft schließen — die Kinder möchten wissen, was für Getier da hinter den Stallwänden sitzt. Sie drängen sich vertrauensvoll an die Bretter und hoffen auf eine Ritze.

Jetzt treten die Erzeuger in Tätigkeit. Sie kommen die Anhöhe herunter. „Dürft ihr denn das?“ Und dann wenden sie sich höflich zu Kunz, der zum Ausgehen fertig vor der Baracke sitzt und auf Gisbert wartet. Er faßt sie ins Auge — Arbeiter aus der Stadt offenbar — anständig gekleidet, gewandt.

„Entschuldigen Sie,“ sagt der Kleinere und Lebhaftere, „wenn die Bengels Ihnen lästig fallen. Aber wenn sie Pferde riechen, sind sie nicht zu halten.“

„Das ist recht!“ erklärt Kunz, und fröhlich leuchtet er ihnen ins Gesicht. „Die sollen einmal zur Kavallerie!“

Die Nasen in den gesinnungstüchtigen Gesichtern werden lang. Da riecht an! denkt Kunz, wie Eure Jungens an dem Pferdemist. Aber sie behalten sich in Zucht und haben offenbar noch etwas auf dem Herzen. Ist es unbefangene Wißbegier? Oder wollen sie tatsächlich spionieren?

Beginnen ein Gespräch. Wie nützlich das Siedlungswerk sei. Und die Baracke so praktisch angelegt. Hier Stallungen und die Wohnräume da. Aber schwere Arbeit! Und die Sonntagserholung, der Sonntagsausgang doppelt nötig.

Zwei Teufel streiten sich, die Kunz reiten möchten. Der eine, mehr von der guten Sorte, will da mit ihm hin: „Seht euch ihn mal an, unsern Bau! Kommt mal mit herein! Die meisten Siedler tun, was sie immer Sonntag nachmittags tun, nach ihrem schweren Alltagswerk. Sie liegen in ihren Kojen und schlafen. Sie sind und bleiben zu Haus. Und am Abend sind sie auf den Beinen. Hier auf den Gängen aber, da stehen unsere Maschinengewehre. Kampfbereit. Vier Stück. Für jede Himmelsrichtung eins. Und sind im Handumdrehen vor der Tür. Und wenn einer Lust hat, zu erleben, was Feuerbereich ist —!“

Und dann sitzt der andere, der sehr bösartige Teufel ihm im Genick und flüstert ihm ins Ohr: „Laßt die Bande doch herauskommen heute abend! Warn sie nicht, stör sie nicht! Sag ihnen, alle sind ausgegangen, sich zu amüsieren — und kommen vor Morgengrauen nicht nach Hause. Du und Gisbert — da kommt er gerade — ihr seid nun die letzten, die gehen! Schließ vor ihren Augen die Haustür zu! Und wenn ihr unterwegs seid — von den Goldbergen könnt ihr es sehen — die marschieren schnurstracks mit Kind und Kegel in die Stadt und bringen den Genossen Nachricht! Und was dann am Abend wird —! —“