„Für die Kraftanlage?“
„Ja.“
„Das geht natürlich vor. Dann muß Gisbert den Schreibkram hier machen. Ich wollte die beiden Jungen sonst mit rausnehmen.“
Die beiden Jungen waren die Oberleutnants Gisbert Hegendorf und Kunz Rutenberg. Sie schliefen und hausten in einem Gelaß.
Gisbert in seinem Verschlag war der erste, der sich rührte. Langsam fanden seine schweren Traumaugen den Weg in den Morgen. Die langen Finger tasteten, der Wirklichkeit ungewiß, wie fragend nach dem Kopf, dann zuversichtlich geworden, fuhren sie glättend über das weiche blonde Haar. Und nun reckten sich die schlanken Glieder ins Wache, ins Leben.
Kunz schlief noch fest. Wie ein kleiner Junge lag er, den harten, kurzgeschorenen Kopf in den runden Arm geborgen. Zu Füßen seines Lagers hatte Muz sich hingerollt, ein junger Schäferhund, nicht ganz rein von Rasse, aber um so reiner von Gesinnung, wie sein Herr kritischer Schärfe der Betrachtung zu wehren liebte.
Gisbert streckte die langen Beine in den kalten Weltenraum und rief: „Kunz!“ Kunz machte den Arm noch runder und schlief weiter.
Gisbert prustete von der Waschschüssel auf: „Kunz!“ Kunz knurrte und schmatzte und schnalzte nach einem Schimpfwort, gurgelte es zurück und schnarchte wieder ein.
Jetzt aber trat Muz in Tätigkeit. Erhob sich, zog sich lang und länger die Hinterfüße aus dem Leib und schleifte sich so zu dem Lager des Unerbittlichen. Wie tröstend legte er die Schnauze auf die Schlafdecke und ließ den Schwanz pendeln gleich einem Perpendikel. Es ist Zeit, es ist Zeit, es ist Zeit — und allmählich immer lebhafter: es ist hohe, hohe Zeit! es ist hohe, hohe Zeit!
Diese leise Weckuhr brachte den Schläfer zuverlässig zur Besinnung. Seine Finger fühlten sich zu dem weichen Ohr der Uhr, streichelten das samtene Fell, sie bekamen ihre Regsamkeit und lösten den ganzen Leib aus seiner Starre. Und jetzt landete Kunz Rutenberg mit schnellem Sprung aus dem Bett auf dem harten Dasein und schimpfte sich hier vollends bodenständig.