Er zog einen Bogen Papier aus der Brusttasche, auf dem in viel korrigierter Schrift folgendes zu lesen war:

»Große Sensation! Wettrennen der zwei Dampfelefanten John Bull und Jonathan; John Bull, geritten von dem berühmten englischen Dampfelefantenjockey Mister Jem Parker; Jonathan von dem amerikanischen Gentlemanreiter Mister Eleazar Stone. An die gesamte Bevölkerung, Damen und Herren, groß und klein, alt und jung der Staaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Texas! Nachdem die berühmten Dampfelefanten John Bull und sein Bruder Jonathan während der vergangenen Woche in gewaltiger Arbeit den Urgrund des Mississippitals aufgewühlt haben, beabsichtigen diese gewandten und zu heiterem Spiel geneigten Tierchen ihre angeborene Munterkeit in einem kleinen Wettlauf zum Ausdruck zu bringen, der auf der Rennbahn des Parks der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana am Donnerstag, den 4. März, nachmittags fünf Uhr stattfinden wird. Besondere Anziehung wird das Rennen dadurch ausüben, daß der Elefant Jonathan von dem amerikanischen Amateur Mister Stone, John Bull dagegen von dem berühmten englischen Berufsjockey Parker gesteuert werden wird. Es sollen bereits beträchtliche Wetten auf den Erfolg des einen oder andern der kühnen Reiter angeboten und angenommen worden sein. Herr Stone stammt aus einer alten Familie Virginiens und wird die Ehre des neuen Kontinents aufrecht zu erhalten wissen, während Parker vor einigen Tagen aus England eintraf, so daß ihm die ganze Geschicklichkeit und Erfahrung der älteren Kulturwelt zur Verfügung steht.

»Achtung, Bürger von Louisiana, Alabama, Texas und Mississippi, Achtung! – Der Riesenmammutwettkampf zweier Welten, in Arbeit und Sport! Amerika gegen England! England gegen Amerika! Wer wird der Sieger bleiben? Parkkassenöffnung um zwei Uhr. Eintritt einen Dollar. Tribünenkarten drei Dollar.«

Lawrence sah sich um, als habe er zu eigner Verwunderung das Ei des Kolumbus auf den Kopf gestellt; die trüben Augen des Geschäftsführers blitzten, eine hektische Röte war in seine gelben Wangen gestiegen. Mir standen die Haare zu Berge.

»Das ist ja aber rein unmöglich, mein lieber Herr Lawrence«, rief ich, nach Luft schnappend.

»Unmöglich?« schrie Lawrence stürmisch. »Unmöglich! Mein bester Gedanke seit dreißig Jahren! Aber warum denn, mein lieber Herr Eyth?«

Ich suchte mich zu fassen und ruhig zu sprechen.

»Ich kann doch ganz unmöglich meinen Dampfpflug zu einem solchen Karnevalsstreich, zu einer so verrückten Barnumiade hergeben.«

»Ich bitte Sie! Barnum ist einer der geachtetsten Bürger unsrer großen Republik. Ein Charakter! Ein Charakter, Herr Eyth! Er hat kleiner angefangen als Sie und hat heute das größte Museum der Welt. Er ist Millionen wert, Millionen, hat schon drei Kirchen gebaut, ist dreifacher Kirchenältester in seinen eignen Gotteshäusern und kann sich den Degen umschnallen, den Napoleon bei Waterloo verlor, wenn es ihm beliebt. Ich bitte Sie, warum denn nicht?«