Fanele, laß die Tränen stecken; mußt nit greinen um das. Ich sag keinem ein Sterbenswörtl davon, auch dem Helari nit und der Resl; denn: entweder, Du laßt ihn laufen, nachher is gut. Oder Du laßt ihn nit laufen, nachher ist das Ungemach da. Aber das Fanele wird meinen: laßt's mich in Ruh'. Wenn er ein schlechter Kerl ist, der Franzl, so drückt's mich, mich ganz allein, und wenn das graue Elend über mich kommt, so hab ichs zu tragen, ich ganz allein.
Der Zachenhesselhans kennt das. Und eine Reue, die kommt immer erst, wenn das Leid schon da ist. Ich bin kein Ankläger und ein Hetzer ganz gewiß nit; aber wenn das Fanele auf den Waldmann und seinen Rat ein Eichtl tut hören, nachher – das wär ihm eine große Freud'.
Jetzt muß einer aber schauen, daß er noch ein paar Tragen Waldstreu zusammenkratzt unter dem Stachelschwein und der Höll – b'hüt Gott, Fanele!«
Dem alten Manne klang das Herz hinein in den Gruß, den sie sonst so hinwerfen.
Dann ging er am Zechenhaus vorüber, ging durch die Waldspitze, die aus dem Tal heraufsticht, ging über das borstige Gras.
Drunten am Waldrand sieht er den Hans-Tonl, wie er mit dem eisernen Rechen die Nadeln zusammenzieht.
»Sei mir nit bös, Hans-Tonl, 's is ein bißl spät worden. So is gar schon um die neun? Potz Käs und Kuhglocken – wie sich einer versäumen kann!«
»Was hat's denn geben?« fragt der Hans-Tonl und recht.
»Justament um den Winterkathlfranz. Ein Sakra, ein höllischer, dem das graue Elend anfliegt, wenn er nicht die Nas' kann in Pulverdampf stecken oder wenn er nicht kann auf ein Wilbert spüren. Das nimmt eh kein gutes End mit dem Burschen. Hans-Tonl, meinst, daß ihn einer hinaustun sollt' aus dem Zechenhaus?«
»Jetzt, warum fragt denn der Zachenhesselhans da mich? Er ist doch der Herr im Haus.«