Wie's gegen Mittsommer geht, ist der Zachenhesselhans früh dem Helari begegnet.

»Du,« hat er gesagt, »weißt's schon: das Stadtfräulein hat eine Butter bestellt, eine Gebirgsbutter. Fünf Kilo muß der Hans-Tonl jede Woch' nach Dresden schicken, wo das Fräulein daheim ist. Zehn Gulden bezahlt sie dafür, und das Postgeld, was das Porto ist, trägt sie auch. Zehn Gulden, Helari in einer Woch' für Butter – das wär wohl nix? Kunnt einer davon vergnügt leben im Waldland! Allein von der Butter!«

Und der Zachenhesselhans reibt sich vergnügt die Hände.

»Und das Paketl mit der Butter, das tragt der Zachenhesselhans selber nach Oberwiesenthal auf die Post – er muß durch den Wald laufen, Helari, sonst nehmens einen Zoll!« –

Wie das erste Gras unter den Sensen singt, hat das Wawrl ein Bübl bekommen – ganz früh mit der Sonne hat's seinen Einzug gehalten in die Hölle.

Weil der Zachenhesselhans das Vieh austreiben will, hört er's schreien, guckt ein Eichtl durch die Tür und hebt im Hausflur einen Schuhplattler zu tanzen an. Nachher – die Schuhe zieht er aus und geht auf den Zehen hinein in die Stube.

»Wawrl,« sagt er, »da haben wir ihn: der Hans-Tonl und das Bübl, die bringen das Waldland in Schuß! So, nun schrei mir nit mehr, Bübl, als ob Du in der Höll' wärst! Sei still, Bübl, i gib Dir a Butterfiezele!«

Eine Weile reden sie noch miteinander vor der Haustür, der Zachenhesselhans und der Hans-Tonl.

Dann treibt der Alte, fröhlich mit der Peitsche klatschend, die Kühe zu Berge – immer der Sonne entgegen.