Sie lachte, daß ihm das Herz klang.

»Verrückte Geschichte!« sagte er. »Und nun kommt das auch noch, sagt ›Du‹ zu mir und stattet mir einen mitternächtigen Besuch ab. Nimm Dich in acht vor mir!«

»Fällt mir ja gar nicht ein!«

Teufel, wie das lachen konnte! … Jakobus Sinsheimer fing an, nachsichtig gegen sich selbst zu werden und dachte an vollkommene Verzeihung – »das heißt,« erläuterte er laut, als ob sie seine Gedanken gehört hätte – »ich selbst will mir verzeihen. Du bist hoffentlich vernünftig genug und verzichtest für Dich!«

Es knisterte und tropfte im Laubdache der Kastanien, und auf dem breiten Gartenwege lag mitternächtige Finsternis.

»Es ist schaurig einsam hier,« sagte Gwendolin und legte ihren Arm um den seinen; da fühlte sie, daß der von Holz war und ohne Bedürfnis, sich anzuschmiegen.

In der Türe des Hauses ließ er sie stehen und brannte die Lampe an, und Licht und Wärme nahmen ihr das Regencape ab –

»Ah,« sagte sie voll Rührung, »wie lieb hier alles ist! Und dahinein hast Du mich nicht ein einziges Mal gerufen?«

»Nein,« sagte er – »der Name Gwendolin Vogelgesang ringelt sich aus dem Mund als eine Schlange und zischt, ehe er noch ganz hervorgekrochen ist! … Ich weiß das leider erst seit diesem Augenblick.«