Salomons de Caus Theorem V.

Wasser steigt mit Hilfe des Feuers höher als seine Oberfläche.

Man kann mit Hilfe des Feuers Wasser zum Steigen bringen. Hierzu können verschiedene Vorrichtungen dienen. Eine derselben will ich hier beschreiben. A (Abb. [13]) sei eine ringsum gut verlötete Kugel, an welcher sich eine Öffnung D befinde, durch welche man Wasser in das Gefäß tue. In die Kugel A führt bis fast auf deren Grund ein Rohr B. Nach Einführung des Wassers schließe man den Hahn D und stelle das Gefäß auf Feuer. Dann wird die dem Gefäß zugeführte Wärme das ganze Wasser aus dem Rohr B austreten lassen.“

Abbildung 13.
Salomons de Caus Vorrichtung zum Heben von Wasser mit Hilfe des Feuers.

Unter den übrigen von Salomon de Caus angegebenen Vorrichtungen zum Heben von Wasser sind für uns noch einige solche von Interesse, bei denen die Sonnenwärme als Wärmequelle zur Erzielung der Verdampfung benutzt wird. Als Aufgabe 13 beschreibt er eine Maschine, mit deren Hilfe man stehendes Wasser in Gestalt einer kontinuierlichen Fontäne zum Ausströmen bringen kann. Auf dem Wasserbehälter I (Abb. [14]) stehen vier kleine kastenförmige Gefäße; sie sind unten durch ein Rohr P miteinander verbunden. Dieses Rohr mündet in seinem mittleren Teile mittels eines Ventils H in das im Behälter I enthaltene Wasser. Oberhalb der vier kleinen Gefäße liegt ein Rohr E, von welchem je ein senkrechtes Rohr in diese Gefäße mündet. Ein Rohr N mit Ventil G führt von dem Rohr E zu der kontinuierlich zu betreibenden Fontäne. Die oberen vier Gefäße werden durch die Öffnung M zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Hierbei wird dieses Wasser durch das Ventil H zurückgehalten. Läßt man nun die Sonne direkt oder unter Einschaltung von Brenngläsern auf die vier oberen Gefäße scheinen, so dehnt sich die in diesen befindliche Luft aus und drückt das Wasser in das Rohr E und durch das Ventil G und Rohr N zu dem Springbrunnen. Dieser läßt das Wasser wieder in das Gefäß I zurückfallen. Wird die Zufuhr der Sonne unterbrochen, was bei Eintritt der Dunkelheit von selbst erfolgt, so kühlt sich die in den vier oberen Gefäßen enthaltene Luft ab und vermindert ihr Volumen. Infolgedessen schließt sich das Ventil G, wogegen sich das Ventil H öffnet und Wasser aus dem Gefäß I in die oberen Gefäße nach oben hin übertreten läßt. Bescheint die Sonne wiederum den Apparat, so beginnt das Spiel von neuem.

Abbildung 14.
Vorrichtung Salomons de Caus zum Heben von Wasser mit Hilfe der Sonnenwärme.