So war bereits vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts der Anbau der Erdäpfel im Obergebirge ein verbreiteter, und die gebirgischen Kartoffeln galten schon damals als durch Geschmack und Größe ausgezeichnet. Sie verdrängten von den Fluren und aus dem Haushalte mehr und mehr die Erbsen, Linsen und andere trockene Gemüse. Der Preis war nach dem damaligen Geldwerte ein mittlerer. Der Scheffel kostete von den geringeren Sorten 8, 9 und 10, von den besseren 16, 18 und 20 gute Groschen.
Schon damals, um 1740, baute man verschiedene Sorten, von denen namentlich drei angeführt und beschrieben werden. Die sogenannten Jobsäpfel, die ihren Namen davon hatten, daß sie bereits zu Jakobi, 25. Juli, reif wurden; sie galten für die beste Sorte. Sie haben ziemlich große Knollen, eine dünne, gelbe Schale und in der Mitte eine kleine Höhlung mit ein wenig Feuchtigkeit. Die andere Sorte ist kleiner, gleichfalls mit gelber Schale versehen, worüber sich noch ein dünnes Häutchen befindet. Auch diese werden als mild und schmackhaft bezeichnet. Die dritte Sorte hat eine rötliche Haut und eine etwas eckige Form, von Geschmack sind sie streng und unangenehm, sodaß sie lediglich als Viehfutter benutzt werden.
Ebenso allmählich wie die Verbreitung der Kartoffeln geschah, ebenso brach sich nur nach und nach der mannigfache Nutzen und Gebrauch derselben Bahn. Man baute sie zunächst mehr zur Mästung und zur Mehlbereitung. Das daraus gewonnene Mehl mischte man unter das Brotmehl und erlangte dadurch ein billigeres Gebäck. Man verwendete es als Stärke oder zu dem damals vielgebrauchten Puder. Das grün abgeschnittene Kraut gab man den Kühen zu fressen, und die Butter bekam dadurch, wie gesagt wird, einen guten Geschmack; getrocknet wurde es im Winter in die Schafe gefüttert. Zeitig benutzte man natürlich auch die besseren Sorten als Nahrungsmittel für die Menschen; aber es ging ziemlich langsam, ehe man entweder durch eigenen Scharfsinn oder durch Nachahmung fremder, namentlich bei den Engländern und Holländern angewendeter Zubereitungsarten anfing, die Kartoffel zu braten und zu rösten, mit Eiern zu vermischen und Klöße, Kuchen und »Strützel« daraus zu backen, sowie Branntwein daraus zu brennen.
Nach Dr. Spieß.
11. Reihenfolge der Städte Sachsens bezüglich ihrer Lage über der Ostsee.
Es sind gelegen: Riesa 108 m, Meißen 110 m, Leipzig 111 m, Dresden 113,4 m, Pirna 116 m, Strehla 118 m, Wurzen 120 m, Großenhain und Wehlen 123 m, Markranstädt und Schandau 125 m, Königstein 127 m, Oschatz 129 m, Grimma und Taucha 130 m, Zwenkau und Trebsen 131 m, Rötha 132 m, Pegau 133 m, Naunhof 134 m, Groitzsch 137 m, Nerchau 138 m, Borna 142 m, Regis 144 m, Mügeln 147 m, Brandis, Dahlen und Radeburg 150 m, Colditz 155 m, Frohburg 162 m, Rochlitz 166 m, Döbeln 170 m, Königsbrück 171 m, Lommatzsch 173 m, Lausigk 175 m, Dohna 177 m, Lunzenau 179 m, Waldheim 186 m, Mutzschen 189 m, Weißenberg 198 m, Roßwein 205 m, Kamenz 206 m, Ostritz 207 m, Tharandt 215 m, Leisnig und Elster 218 m, Bautzen 220 m, Geithain 229 m, Penig und Kohren 231 m, Bernstadt 234 m, Crimmitschau 236 m, Radeberg 242 m, Zittau und Meerane 246 m, Nossen 256 m, Waldenburg 257 m, Geringswalde 259 m, Mittweida und Hartha 260 m, Frankenberg 262 m, Glauchau 264 m, Wilsdruff 265 m, Zwickau und Schirgiswalde 267 m, Löbau 268 m, Pulsnitz 270 m, Sebnitz 274 m, Elsterberg 277 m, Werdau 280 m, Bischofswerda 290 m, Berggießhübel 292 m, Burgstädt 298 m, Mylau 302 m, Chemnitz und Hainichen 304 m, Hohnstein 308 m, Rabenau 311 m, Lichtenstein 315 m, Callnberg 318 m, Siebenlehn und Neusalza 326 m, Glashütte 330 m, Neustadt und Liebstadt 333 m, Zschopau und Gottleuba 338 m, Aue 348 m, Dippoldiswalde, Ernstthal und Hartenstein 350 m, Plauen und Wildenfels 352 m, Stolpen 360 m, Kirchberg 363 m, Limbach 371 m, Hohenstein 374 m, Oederan und Netzschkau 380 m, Reichenbach 390 m, Freiberg 401 m, Oelsnitz und Lengenfeld 404 m, Lößnitz 422 m, Stollberg 423 m, Pausa 446 m, Auerbach 450 m, Neustädtel 468 m, Brand, Schneeberg und Wolkenstein 470 m, Treuen und Schwarzenberg 471 m, Lengefeld 481 m, Adorf 482 m, Mühltroff 483 m, Bärenstein 490 m, Markneukirchen 500 m, Thum und Schellenberg 505 m, Zwönitz 520 m, Lauenstein 526 m, Ehrenfriedersdorf 533 m, Buchholz 557 m, Schlettau 564 m, Falkenstein 567 m, Geising 590 m, Geyer 592 m, Zöblitz 600 m, Annaberg 602 m, Marienberg und Elterlein 610 m, Grünhain 630 m, Eibenstock 643 m, Frauenstein 650 m, Scheibenberg 669 m, Sayda 677 m, Schöneck 735 m, Johanngeorgenstadt 750 m, Altenberg 751 m, Jöhstadt 789 m, Unterwiesenthal 868 m, Oberwiesenthal 913 m. Daraus geht hervor, daß 40 Städte zwischen 100 und 200 m, 33 zwischen 200 und 300, 27 zwischen 300 und 400, 17 zwischen 400 und 500, 11 zwischen 500 und 600, 9 zwischen 600 und 700, 4 zwischen 700 und 800, 1 zwischen 800 und 900 und 1 zwischen 900 und 1000 m gelegen sind. Chemnitz liegt z. B. 196 m höher als die am tiefsten gelegene Stadt (Riesa) und 609 m tiefer als die am höchsten gelegene Stadt (Oberwiesenthal). Bautzen ist zweimal, Glashütte dagegen dreimal so hoch als Meißen gelegen. Neustadt und Liebstadt sind dreimal so hoch als Leipzig gelegen. Aue ist dreimal so hoch als Pirna gelegen. Stolpen ist dreimal so hoch als Wurzen gelegen. Zittau und Meerane sind zweimal so hoch als Großenhain und Wehlen gelegen. Markneukirchen ist viermal so hoch als Markranstädt und Schandau gelegen. Crimmitschau ist zweimal und Geising fünfmal so hoch als Strehla gelegen. Mittweida und Hartha sind zweimal, Reichenbach ist dreimal, Zwönitz viermal und Frauenstein fünfmal so hoch als Grimma und Taucha gelegen. Frankenberg ist zweimal so hoch als Zwenkau und Trebsen gelegen. Glauchau ist zweimal so hoch als Röda gelegen. Löbau ist zweimal so hoch als Naunhof gelegen. Sebnitz ist zweimal so hoch als Groitzsch gelegen. Zöblitz ist viermal und Johanngeorgenstadt ist fünfmal so hoch als Brandis, Dahlen und Radeburg gelegen. Dippoldiswalde, Ernstthal und Hartenstein sind zweimal so hoch als Lausigk gelegen. Falkenstein ist dreimal so hoch als Mutzschen gelegen. Neustädtel ist zweimal so hoch als Bernstadt und Zwönitz zweimal so hoch als Mittweida und Hartha gelegen. Von den höchstgelegenen Städten nimmt Oberwiesenthal die 1., Unterwiesenthal die 2., Jöhstadt die 3., Scheibenberg die 8., Elterlein die 12., Annaberg die 13., Geyer die 15., Schlettau die 18. und Buchholz die 19. Stelle ein.
12. De Stähd in'n Öber-Ärzgebärg.
Weise: Kimmt ä Bugerl u. s. w.
In'n Gebärg hot's viel Stähdeln,
Gruß' un kleene, gor fei.
Ich will dir'sche auffädeln;
Guck när sälberst ä nei!
Aus der Zwick' thun se regieren
Us un's Vugtland derzu;
In der Ah' giehn se spazieren,
Wenn se nischt hamm ze thu?