Nachdem die aufrührerischen Bauern von Schneeberg, Aue, Schwarzenberg und Zwönitz, von Raschau, Steinberg, Kühnheide und anderen Orten Zuzug erhalten hatten, wandten sie sich gegen Klösterlein und Aue, tranken dem Probst das Bier weg, führten 16 Stück Vieh und sämtliches Getreide davon. Dann wandten sie sich gegen das Kloster Grünhain. Der Abt schickte eiligst zum Bergvogte Matthis Busch nach Buchholz um Hilfe. Dieser ritt mit wenigen nach Grünhain, wo er gegen 700 Bauern die Bewachung des Klosters übernahm. Abt und Mönche wandten sich nach Annaberg. Als das Kloster dem Richter und den Schöffen zu Grünhain zur Verwahrung gegeben war, wurde es bald eine Beute der Aufrührer, die es plünderten. Von Grünhain wandten sich die Haufen nach Schlettau, bemächtigten sich der Stadt und des Schlosses. Ein anderer Haufe zog nach Raschau und zerstörte die Kirche.

Herzog Heinrich verließ nach solchen Ereignissen Wolkenstein und siedelte nach Freiberg über.

Als in Annaberg Bergvogt Hans Rühling die Bergleute nach ihren Plänen fragte, erfuhr er, daß sie mit Leib und Leben für den Herzog einstehen wollten. Bürgerwachen an den Thoren hielten Zuzug fern.

In Joachimsthal hatten sich die Leute der Grafen von Schlick in gefahrdrohender Weise erhoben, das Schloß eingenommen und geplündert. Da vermittelte der Rat von Annaberg mit Glück durch Abgesandte zwischen den Streitenden.

Wolf Göftel und Andreas Ziehner waren immer unterwegs, um aufzuregen. Sie machten den erzgebirgischen Bauern die Artikel und verpflichteten sie, indem sie jeden eine Hand aufheben ließen, zum Zeichen, daß er bei ihnen stehen wolle.

Den Geyerschen versprach Göftel mit den Bauern Hilfe. Das Bestreben der Führer ging dahin, den Edelleuten ihre Sitze zu stürmen, den Fürsten ins Land zu fallen, die Obrigkeit zu vertreiben, Wildbret und anderes frei zu haben, die Klöster zu stürmen. Wenn sie in Grünhain, Marienberg und Wolkenstein Glück gehabt hätten, wollten sie nach Chemnitz und Kloster Zelle.

Zuerst fiel ihnen die Pfarre zu Mildenau zum Opfer. Die Mildenauer teilten den Königswaldern mit, daß die Pfarre leer stehe, da der Pfarrer geflohen sei; da zog der unternehmungslustige Richter Rebentisch mit einer Anzahl Gesellen Sonntag, den 14. Mai, nach Mildenau. Er kehrte um, aber die übrigen drangen in die Pfarre ein, plünderten und zerschlugen alles und tranken dem Pfarrer das Bier aus. Kospoth war auf diese Nachricht sofort mit 12 Pferden aufgebrochen. Bei seinem Erscheinen verliefen sich die Aufrührer, sodaß er nur einige von ihnen gefangen nehmen konnte. Weidenbach, der Wolkensteiner Amtmann, dem sie übergeben wurden, ließ sie frei. Da wurden die Marienberger nötig und überfielen die Rückerswalder Pfarre. Die Mildenauer zogen nach Schönbrunn. Sie nahmen die Pfarre ein und trieben allerlei Unfug. Lukas Merten aus Wolkenstein machte Butter in der Pfarre; dessen Sohn schlachtete eine Kuh und kochte auch sogleich das Fleisch; Eulner aus Neundorf zerschlug mit dem Berghammer ein Kruzifix und warf es ins Wasser; Petzold aus Neundorf hieb dem Johannisbilde, das in der Schönbrunner Pfarre hing, den Kopf ab, hing es an den Füßen auf und trug es im warmen Bade umher zur Freude des Wirtes.

In Geyer unterblieb die Erstürmung der Pfarre, da es zum Ausgleich kam. Die Drehbacher wollten sich gegen ihre Herren, die von Stangen auf Drehbach, erheben. Gegen 400 Mann zogen vor das Schloß und verlangten Freisprechung. Rudtloff von Stangen aber, ein furchtloser Mann, erklärte, würden sie ihm und seiner Mutter etwas nehmen, so würde er sie in Haus und Hof verbrennen. Da zogen sie ab.

In Zöblitz suchten zwei Häuer aus Marienberg Unruhe zu stiften. Sie fanden Anhang. Die Aufständischen hatten vor, die Zöblitzer Pfarre zu plündern, die aber geschützt wurde. Um diese Zeit ward auch die Pfarre zu Lauterbach geplündert.

Am 17. Mai ließen die Gemeinden, die Herzog Heinrich unterthan waren, als Schönbrunn, Neundorf, Wiesa, Drehbach, Venusberg, damals Feuchberg genannt, und Hilbersdorf ihre Beschwerden durch den Wolkensteiner Amtmann Balthasar von Weidenbach an den Herzog gelangen.