Aus Schwarzenberg und dem Hammerwerke Erla traten 17 junge Männer zum Banner.

Aller Orten und Enden wurden zahllose Scharen von Rekruten geübt, um geschickt zu werden, an der feierlichst verkündigten und versprochenen Freiheit des deutschen Vaterlandes mit aller Macht kämpfen und arbeiten zu helfen. Das Erzgebirge blieb nicht zurück. Mehrere Abteilungen Landwehr bildeten sich auf den Bergen und in den Thälern desselben. Auch das Banner erhielt manchen Gebirger in seinen stattlichen Reihen. Das erste Bataillon des Banners empfing sogar eine Fahne von Schneeberg.

Nach Karl Lehmann.

47. Die Pest im Erzgebirge.

1. Wie die Pest in Annaberg auftritt.

Zu den Drangsalen durch den Feind gesellten sich die Verheerungen, welche die Pest über das ganze obere Gebirge brachte. Sie wütete besonders im August und September 1633 in Annaberg, Marienberg, Zöblitz, Altenberg, Zwickau und Umgegend. Annaberg hatte eine Menge der wegen Kriegsdrangsale flüchtigen Landleute nur eben aufgenommen, als fast gleichzeitig die Pest ihren grauenhaften Einzug hielt und in kürzester Zeit die meisten unglücklichen Flüchtlinge tötete. Ebenso wurden viele Bewohner der Stadt selbst von der Seuche erfaßt. Im August gab es in 140 Häusern Pestkranke. Es sind deshalb manchen Sonntag 385 Abendmahlsgäste in der Kirche gewesen, um noch Trost vor dem nahenden Tode zu suchen. Auch die meisten Schüler der Lateinschule wurden dahingerafft, daß nur wenige, wie schon 1521, übrig blieben. General Holck starb auch 1633 zu Adorf an der Pest. Die an der ansteckenden Krankheit Verstorbenen, deren Särge man nicht durch die Gottesackerkirche trug, schaffte man durch das von der Geyersdorfer Straße unmittelbar hineinführende Thor. Es erhielt davon den Namen » Pestthor «.

Nach Arnold u. a.

2. Wie die Krankheit sich zeigt.

Die Krankheit besteht in einem durch Ansteckungsfähigkeit schnell fortschreitenden Fieber, welches meist entzündlicher Natur ist und einen nervösen und fauligen Zustand erzeugt, heftige Entzündung der Drüsen, besonders in den Weichen, sowie den Blutschwären ähnliche Beulen bildet, die äußerst schmerzhafte, bald in Brand übergehende und entzündete Geschwülste in den häutigen und fleischigen Teilen des Körpers verursachen. Sie tötete in den allermeisten Fällen oft schon in wenigen Stunden, zuweilen aber auch erst nach einigen Tagen, manchmal noch später. Sie ist wohl nie in ihrer das Leben und die Gesundheit zerstörenden Wirkung von einer anderen Seuche übertroffen worden. Das hauptsächlichste Mittel zur Verbreitung ist unstreitig das Pestgift, welches durch die Krankheit selbst erzeugt wird und sich besonders durch unmittelbare Berührung mitteilt.

Nach Dr. Köhler.