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Da Giordano Bruno unter anderem behauptet hatte, es gebe mehrere Welten, wurde er am 16. Februar 1600 in Rom verbrannt. Natürlich war die Kirche daran, wie an allen Hexenverbrennungen, völlig unschuldig, hatte sie ihn doch mit der stehenden Formel der weltlichen Behörde überliefert „so barmherzig als möglich zu sein und ohne Blutvergießen zu bestrafen“[297].

Für die Dreistigkeit Galileis, eine Wahrheit entdeckt zu haben, wurde er trotz seines Widerrufes vom römischen Inquisitionsgericht durch 3 Jahre Kerker bestraft. Ferner mußte er an einem ihm angewiesenen Orte leben, und die Beisetzung in geweihter Erde wurde ihm versagt. Mag er dadurch die kirchliche Unsterblichkeit verloren haben, so kann er doch mit der andern ganz zufrieden sein[298].

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Die Kirche war eine heftige Feindin der Experimentalphysik und das nicht ohne Grund. Die Physiker konnten durch ihre teilweise verblüffenden Experimente den bisher allein von der Geistlichkeit geübten „Wundern“ erfolgreich Konkurrenz machen oder doch ihnen das Geschäft verderben, und das mußte natürlich verhütet werden. Sogar bis auf die Tiere erstreckte sich dieser Brotneid. Als jemand seinem Pferde einige Kunststücke beigebracht hatte, wurde es 1601 in Lissabon vor Gericht gestellt und, weil vom Teufel besessen, verbrannt[299].

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Als 1752 die kgl. Gesellschaft in England den Gregorianischen Kalender einführte, natürlich gegen eine heftige Opposition von kirchlicher Seite, wurden einige Mitglieder der Gesellschaft vom aufgehetzten Pöbel in den Straßen Londons verfolgt, weil sie ihnen 11 Tage ihres Lebens geraubt haben sollten[300]!

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