In römischer Zeit galt eine Seereise von fünf Tagen von Ostia bis Taraco in Spanien für schnell. Eine in umgekehrter Richtung in weniger als vier Tagen gemachte bezeichnet der ältere Plinius als eine der schnellsten je vorgekommenen. Cervantes nannte schon eine 12tägige Fahrt von Neapel nach Barcelona eine glückliche[7].
Richard Löwenherz brauchte von Marseille bis Messina vom 16. August 1190 bis zum 23. September, also sehr lange. Er schiffte sich am 9. Oktober 1192 in Akka ein und gelangte am 11. November nach Korfu; das war die normale Geschwindigkeit im Mittelalter, – also bedeutend geringer als zur Römerzeit[8].
Viel schneller ging natürlich die Nachrichtenübermittlung durch Brieftauben. Die Griechen und Römer, ebenso wie die Araber bedienten sich bereits dieser Post, und zwar in besonders ausgedehntem Maße die letzteren, die von Bagdad bis Aleppo sowie längs der kleinasiatischen Küste bis Alexandrien Brieftauben benutzten. Gelegentlich wurden auch Schwalben zum gleichen Zwecke verwandt (Plinius nat. hist. X, 71)[9]. Polybios erzählt (CX, 42 ff.) sogar von der Feuertelegraphie der Griechen, die lange vor ihm Aeschylos (Agamemnon 268 ff.) schon kannte. Doch handelt es sich um vorher verabredete Mitteilungen.
Vom Verkehr zur Römerzeit gibt die Tatsache eine Vorstellung, daß fast in jeder größeren Villa oder Ortschaft der Schweiz Austernschalen gefunden wurden. Zu Avenches fand man auch Reste von Datteln und Oliven. Die Tongefäße von Lugdunum (Lyon) finden sich in ganz Gallien, England, Oberitalien, dem Alpengebiet bis Tirol und Ungarn, und zwar überall mit demselben Fabrikstempel bezeichnet[10].
Die alten Römer bauten bereits Seeschiffe mit einem Raumgehalt von 2670 Tonnen[11].
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Im Altertum gab es auch eine Tageszeitung in den durch Cäsar 59 v. Chr. in Rom begründeten Acta diurna oder Acta urbis. In diesen wurden amtlich Nachrichten öffentlichen und privaten Charakters zusammengestellt und veröffentlicht, allerdings nicht vervielfältigt. Ja, sogar Korrespondenten gab es, die gegen Bezahlung von Rom Tagesneuigkeiten in die Provinz schickten.
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Vegetarianer gab es ebenfalls schon im alten Rom. Seneca und Plutarch gehörten nachweisbarlich zu ihnen, und letzterer hat sogar mit allen Künsten der Dialektik seine Lebensweise verteidigt bzw. die der Fleischesser angegriffen (Moralia „de carnium esu“).