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Als Franz Schubert der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien seine große C-dur-Symphonie aus Dankbarkeit für eine ihm dargebrachte Huldigung übergab, wurde sie von den Künstlern der Gesellschaft als unaufführbar abgelehnt.[72]
Tieck nennt den »Freischütz« das »unmusikalischste Getöse, das je über die Bühne getobt ist«. Ludwig Spohr urteilte über die Oper auch ungünstig.
Über die Euryanthe schreibt die »Zeitung für Literatur, Kunst, Theater und Mode«, nachdem sie dem Komponisten Bizarrerie und Mangel an Einheit und Klarheit vorgeworfen hat. »Mangel an Melodie zeige sich da gerade am meisten, wo sie am ehesten zu erwarten gewesen wäre....«
Franz Schubert sagt vom gleichen Werk, daß es »keine Musik, keine legitime Form und Durchführung enthalte, sondern lediglich auf Effekt berechnet sei und weit hinter dem Freischütz zurückstehe.« (Nach La Mara.)
Dem melodienreichen Oberon ging es nicht besser.
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Daß Wagners Tristan für unaufführbar gehalten wurde, ist allgemein bekannt. Merkwürdig ist, daß Mozarts Biograph Otto Jahn in seinen Gesammelten Aufsätzen über Musik nicht nur Tannhäuser ablehnt, sondern Wagner schöpferisches Genie abspricht!!
Der bekannte Tadel gegen Wagner, er übertöne mit seinen Instrumenten die Sänger, findet sich auch schon Mozart gegenüber. Kaiser Josef II. äußerte es gegen Dr. Hersdorf.