π. φλεβοτομίας πρὸς Ἐρασιστρατείους τοὺς ἐν Ῥώμῃ = de v. adv. Erasistrateos Romae degentes = über den Aderlaß gegen die in Rom lebenden Anhänger d. E.

π. τῆς τῶν καθαιρόντων φαρμάκων δυνάμεως = de purgantium medicamentorum facultate = die Wirkung der Abführmittel.

π. μαρασμοῦ = de marcore = von der Entkräftung.

Τῷ ἐπιλἡ(μ)πτω παιδὶ ὑποθήκη = pro puero epileptico consilium = Ratschläge für den epileptischen Knaben.

περὶ βδελλῶν ἀντισπάσεως, σικύας καἰ ἐγχαράξεως καἰ κατασχασμοῦ = de hirudinibus, revulsione, cucurbitula, incisione et scarificatione = Blutegel, Revulsion, Schröpfköpfe, Einschneiden und Skarifizieren.

Kurze Zusammenfassung des ganzen Galenischen Systems:

τέχνη ἰατρική = ars medica = von der Heilkunst.

Leider sind sehr viele Abhandlungen, deren Titel wir kennen, verloren gegangen. Hingegen wurden nicht wenige Schriften fälschlich dem Galen unterschoben, darunter solche (z. B. anatomische), deren Entstehungszeit sehr spät im Mittelalter anzusetzen ist. Von allgemeinem Inhalt sind unter anderen die pseudogalenischen Schriften: ὁροι ἰατρικοί = medizinische Definitionen (pneumatische Theorie; übersetzt in Gurlts Gesch. d. Chirurgie, Berlin 1898, I, p. 443 ff.) und εἰσαγωγή ἢ ἰατρός = Einleitung oder der Arzt.

Ohne hier auf die zahlreichen Handschriften und Kommentare, auf die Uebersetzungen und Einzelausgaben aus älterer Zeit einzugehen, verweisen wir nur auf einige Uebertragungen in moderne Sprachen: Galen, Vom Aderlassen gegen Erasistratus, übersetzt von Sallaba, Wien 1791; Fieberlehre mit Anmerkungen von Kurt Sprengel, Breslau 1788; Galens Werke I. Band, enthaltend „Vom Nutzen der Teile des menschlichen Körpers“, übersetzt von Nöldeke, Oldenburg 1805; Oeuvres anatomiques, physiologiques et médicales de Galien. etc. par Daremberg, Paris 1854-1857 (2 vol.). Enthält: quod optimus medicus sit quoque philosophus, oratio ad artes, quod animi mores corpor. temperamenta sequantur, de consuetudine, de usu part. corpor. humani, de facultatibus naturalibus, de motu musculorum, de sectis, de optima secta, de locis affectis, de medendi methodo ad Glauconem. Anatomische Werke des Rhuphos und Galenos, erste deutsche Uebersetzung von R. Ritter v. Töply, Wiesbaden 1904. Die Schrift Galens „Wie man Simulanten entlarven muß“ wurde 3mal ins Deutsche übersetzt (in Pyls Repertorium I, p. 39, Deutsche med. Wochenschr. 1888 [Pagel] und Friedreichs Blätter 1889 [Fröhlich]). Auf Pagels Anregung und unter seiner Leitung erschienen die Dissertationen: (1898) Brink, Die allgemeine Therapie des Galen (Uebersetzung von θεραπευτικὴ μέθοδος Lib. I, cap. 1-5; Carney, dasselbe Lib. III, cap. 1-3; Glaser, Zur Wund- und Geschwürsbehandlung nach Galen Lib. IV, cap. 1-3; ter Beek, Die allgemeine Therapie des Galen Lib. I, cap. 6 bis Schluß; Voigt, Fieberbehandlung nach Galen Lib. VIII, cap. 1-4; [1889] Beck, Zur diätetisch-physikalischen Therapie des Galen Lib. VIII, cap. 5-9; Meyer, Fr., Beitrag zur Therapie des Galen Lib. II, cap. 1-4; Szepansky Lib. XIV, cap. 8-19; Tietz, Beitrag zur Therapie des Galen Lib. XIV, cap. 1-7; Prüsman, Die Behandlung des Geschwürs nach Galen Lib. III, cap. 4-6; Wandersleben, Beitrag zur Kenntnis der Therapie des Galen Lib. II, cap. 5. u. 6.) - Das X. Buch de usu partium corp. h., enthaltend die Anatomie und Physiologie des Auges, wurde unter Leitung von J. Hirschberg ins Deutsche übertragen: „Die Augenheilkunde des Galenus“, Diss. von O. Katz, Berlin 1890. Die Abhandlung de attenuante diaeta erschien unter Leitung Koberts ins Deutsche übersetzt, Breslau 1903 unter dem Titel „Galens Schrift über die säfteverdünnende Diät“ von W. Frieboes und F. W. Kobert.

Ueber seine schriftstellerische Tätigkeit gibt Galen selbst folgende Aufschlüsse: Ursprünglich sollten die Aufzeichnungen über wissenschaftliche, besonders medizinische Gegenstände, abgesehen von den Zwecken eigener Ausbildung, nur den Freunden, seine Diktate nur den Anfängern zur Belehrung dienen. Da aber doch viele seiner Schriften, ohne daß er es wollte, in die Oeffentlichkeit gedrungen waren, so sah er sich genötigt, vor dem großen Publikum als Schriftsteller aufzutreten. Diese Angaben sind wohl nur cum grano salis zu nehmen, ebenso wie seine pathetische Zurückweisung jedweder Ruhmsucht: „Der Beifall der Menge ist in gewisser Beziehung den Lebenden mitunter ganz nützlich, den Toten nützt er gar nichts. Wer ein beschauliches Dasein führen will in philosophischer Betrachtung, mit genügendem Unterhalt für des Leibes Pflege versehen, dem ist der Ruhm beim Volke kein geringes Hindernis, denn er lenkt ihn mehr als billig vom Besten ab. Das habe auch ich oft schmerzlich empfunden, wenn mich die Leute lange Zeit hintereinander so plagten, daß ich ein Buch nicht einmal anrühren konnte. Dabei verachtete ich seit früher Jugend merkwürdig, fanatisch, rasend, wie man es nun nennen will, den Ruhm bei der Menge und lechzte nach Wahrheit und Wissen, denn das hielt ich für den schönsten und göttlichsten Besitz des Menschen.“