Vor dem Kopfplagegeist, der nicht fort will,

Vor dem schlimmen Plagegeist des Kopfes,

Bewahre uns der Himmelskönig,

Bewahre uns der Herr.“

Was die symbolischen Handlungen zu theurgisch-therapeutischen Zwecken anbetrifft, so gehörte hierher z. B. das Schälen einer Zwiebel, das Zerzupfen eines Wollbausches (wobei die Abfälle davon ins Feuer geworfen wurden, mit dem Wunsche, daß ein Gott in gleich gründlicher Weise die Krankheit vernichten möge).

„Wie diese Zwiebel gehäutet und ins Feuer geworfen wird, so verbrennt es die brennende Flamme. ... Die Krankheit, welche in meinem Körper, meinem Fleische ist, wie diese Zwiebel soll sie abgeschält sein, und sofort möge sie die brennende Flamme verbrennen!“

Ferner zählt dazu der Gebrauch, Getreide auszustreuen und wieder wegzukehren, den Kranken zu fesseln und dann wieder unter Gebeten von den Fesseln zu befreien, ferner das Knüpfen und Lösen bestimmter Knoten. Der Lösung des Knotens sollte die Befreiung des von einer Krankheit gleichsam gefesselten Kranken entsprechen. Häufig trug man schon in gesunden Tagen solche Knoten als Amulett, damit dieselben im Erkrankungsfalle gelöst werden oder es wurde erst unmittelbar vor der Zeremonie ein Knoten für den Kranken geschlungen. Vergl. hierzu den noch heute volkstümlichen Gebrauch des „Nestelknüpfens oder Senkelknüpfens“.

Wenn Kinder von einem Dämon befallen wurden, stellte man ein Tonbild des Dämons samt dem Bilde eines schwarzen Hundes 3 Tage zu Häupten des kleinen Kranken auf, zerschlug und begrub es dann und begoß es mit Mehlwasser.

Amulette kamen vielfach zur Anwendung.

Ein noch in byzantinischer Zeit gegen Kolik empfohlenes Amulett, der „medische Stein“, geht auf den babylonischen Heros Gilgamisch zurück, resp. auf den Gebrauch, einen Siegelzylinder zu tragen, in den die Löwenbezwingung des babylonischen Herakles eingegraben war, ebenso wird in der pharmakologischen Literatur noch sehr spät ein geburtsförderndes Amulett aus Jaspis empfohlen, ausdrücklich als „assyrischer Stein“.