[25] Es sei hier darauf verwiesen, daß sich in der nichtärztlichen Literatur des Altertums weit früher und deutlicher als in den medizinischen Schriften Kenntnisse über die Ansteckungsfähigkeit gewisser Affektionen vorfinden (die Aerzte legten das Hauptgewicht auf das „Miasma“, d. h. auf die atmosphärischen Verhältnisse). So wird z. B. in den pseudoaristotelischen Problemen (VII, § 8) die Frage erörtert: „Weshalb werden von der Lungenschwindsucht und der Augenentzündung und von der Krätze diejenigen, welche sich (den Kranken) nähern, befallen?“
[26] Ein ausgezeichnetes Beispiel einer neurologischen Lokaldiagnose ist folgendes: Ein gewisser Pausanias, welcher bei einem Falle aus dem Wagen einen heftigen Stoß zwischen den Schultern erlitten hatte, wurde von einer Sensibilitätsstörung an dem 4. und 5. Finger, sowie an der Hälfte des Mittelfingers befallen. Vergebens wendeten die Aerzte örtliche Mittel an den Fingern selbst an. Gemäß seiner Erkenntnis, daß die Empfindungsnerven der Hand aus dem Rückenmark stammen, applizierte Galen sein Heilmittel an der entsprechenden Stelle der Wirbelsäule.
[27] „Man muß auf die Natur des Kranken achten, denn für jeden Menschen besteht eine besondere Therapie“.... „Derjenige wäre wohl der beste Arzt, der eine Methode schaffen könnte, die ihn befähigte, die Naturen zu erkennen und die einer jeden eigentümlichen Heilmittel zu treffen. Ich glaube, wenn ich die Natur eines jeden genau zu ergründen wüßte, wie es meiner Ansicht nach Asklepios konnte, so wäre ich wohl das Ideal eines Arztes. Da dies jedoch unmöglich ist, so habe ich mir vorgenommen, mich darin zu üben, diesem Ideal so weit nahe zu kommen, als es eben menschenmöglich ist, und ich rate dies auch den anderen an.“
[28] Denn wie ein Arzneimittel so wird auch die Luft, indem sie von außen her auf die Körper trifft, der Therapie hinderlich, wenn sie übermäßig warm oder kalt ist. Es müssen also die Heilmittel zu dem, was bei der Luft im Uebermaß vorhanden ist (d. h. der Qualität, Mischung nach), im umgekehrten Verhältnis stehen. Deshalb gebraucht auch Hippokrates in den heißen Stunden an Wirkung kühlere Mittel, wärmere dagegen in den kalten Stunden.
[29] Vergl. S. 212.
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- Abas [162].
- Agathinos [332]. [333].
- Aglaïas [324].
- Agrippa [277].
- Aigimios [244].
- Ailianos d. J. [350].
- Ailios Promotos [281]. [324].
- Aineos [169].
- Ainisidemos [277].
- Aischrion [355].
- Akron [159]. [171] ff. [277].
- Alexandros von Aphrodisias [386].
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- Alkmaion [155]. [156]. [162]. [171]. [172]. [177]. [244].
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- Amyntas [281].
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- Anaximenes [153].
- Andreas von Karystos [274]. [326].
- Andromachos der Aeltere [323].
- — der Jüngere [323].
- Andron [282].
- Anonymus Londinensis [161]. [179]. [184]. [204].
- — Parisinus [304].
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- Antipatros [309].
- Antonius Musa [302]. [323]. [333].
- Antyllos [335]. [403].
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- Apollonios von Antiochia, Vater und Sohn [280].
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- — Mys [274].
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- Apollophanes [275].
- Aratos [282].
- Archagathos [291].
- Archelaos [160].
- Archidamos [241]. [243].
- Archigenes [333] ff. [338]. [342].
- Aretaios [337] ff.
- Aristogenes [240]. [282].
- Aristoteles [156]. [163]. [178]. [246] ff. [254]. [328]. [349].
- Aristoxenos [275].
- Artemidoros [275].
- Artorius Marcus [302].
- Asiaticus [309].
- Asklepiades von Bithynien [294] ff. [333]. [346]. [352].
- — von Pharmakion [324].
- Asklepios [136] ff.
- Athenaios [337] ff. [332].
- Athenion [275].
- Athotis [42].
- Attalos III. [283].
- Aufidius Titus [302].