„Wenn eine Finsternis sich ereignet am 14. Tage des Monats Siwan ...

Eine Finsternis der Morgenwache (d. h. in den letzten 4 Nachtstunden) bewirkt Krankheit.

... Wenn eine Finsternis sich ereignet (nämlich am 14. Siwan) in der Morgenwache und sie die Wache durchdauert, während Nordwind weht, so werden die Kranken in Akkad genesen.“

„Wenn's donnert im Monat Tisri, wird Feindschaft im Lande sein; wenn's regnet im Monat Tisri, wird es kranke Menschen und Rinder geben.“

„Wenn den Mond ein Hof umgibt und Regulus darinnen steht, werden die Frauen männliche Kinder tragen.“

„Wenn Regulus im größeren Mondhofe steht, werden Frauen Knaben tragen.“

„Wenn Sonne und Mond ... am 15. Tage ‚Erhöre mein Gebetʻ soll er sagen, ... laß ihn sich schmiegen zu seinem Weibe, sie wird einen Sohn empfangen.“

In der Verfolgung der Lehre von der Korrespondenz des menschlichen Körpers mit dem Weltall (Makrokosmus-Mikrokosmus) waren wahrscheinlich die einzelnen Körperregionen unter die Herrschaft der Tierkreisbilder gestellt, und wie sehr die Beachtung der Konstellation, der Kalender, die Therapie beherrschte, läßt sich aus einzelnen Vorschriften bezüglich der Anwendungszeit der Medikamente (wobei übrigens oft rationelle Ursachen, z. B. Berücksichtigung der Jahreszeit und Witterung zu Grunde lagen) ersehen.

So wird z. B. ein Karminativum beim Aufgang des Ziegensterns gereicht, da derselbe dem Anus vorsteht.

Der Zahlenglaube an die böse Sieben verpönte ausdrücklich, daß der Arzt am 7., 14., 19., 21. und 28. Tage (d. h. an allen mit 7 teilbaren Tagen und am 49. Tage des vorhergehenden Monats) die Hand an den Patienten bringe (Tagwählerei). Ebenso verrät der Aufbau der Rezepte die Vorliebe für Zahlenspielerei; hierher gehört das Zählen der Drogen (am Schlusse wird häufig die Zahl der Drogen angegeben, wobei die 7 oder Potenzen zumeist zur Beobachtung gelangen), die Zusammensetzung feststehender Rezepte aus einer bestimmten Zahl von Arzneistoffen (Arzneistoffgruppen)[7].