[3] Im hippokratischen Buche über die Natur des Menschen, περὶ φύσεως ἀνθρώπου, heißt es ganz in diesem Sinne: „ ... es ist eine Naturnotwendigkeit, daß, wenn der Körper des Menschen zu Grunde geht, ein jedes zu seiner ihm eigentümlichen Qualität zurückkehrt, das Feuchte zum Feuchten, das Trockene zum Trockenen, das Warme zum Warmen und das Kalte zum Kalten.“
[4] Γαίη μὲν γαιαν οπώπαμεν, ὑδατι δ' ὑδωρ, αιθέρι δ' αιδερα ὀιον, ὰτὰρ πυρὶ πῦρ αιὀηλον. Erde sehen wir mit Erde und Wasser mit Wasser, mit Aether schaun wir den göttlichen Aether, mit Feuer leuchtendes Feuer.
[5] Es sind durch die neueren Forschungen (namentlich des Dr. Felix Freiherrn v. Oefele) sogar wörtliche (!) Uebereinstimmungen in Rezepten zwischen dem Corpus Hippocraticum und Papyrus Ebers nachgewiesen worden.
[6] „Aber einst,“ sagt Galen, „war ein nicht kleiner Streit unter den Koern und Knidiern, wer den andern an Menge der Erfindungen übertreffe, denn damals gab es nur noch diese beiden Asklepiadengeschlechter in Asien, indem das zu Rhodos nicht mehr vorhanden war. Es stritten aber den trefflichen Streit mit ihnen die italischen Aerzte: Philistion, Empedokles, Pausanias und deren Schüler. Die meisten und besten Chorführer wurden den Koern zu teil, nahe standen ihnen die Knidier, aber auch die Italer sind nicht geringer Erwähnung würdig.“
[7] Einleitung zu der Hippokratischen Schrift περὶ διαίτης ὁξέων = de diaeta in acutis.
[8] Galen lagen noch beide Auflagen vor.
[9] Z. B. ὄσχοι = Schößlinge = Zweige = Uterusbänder; ἀλώπηξ = Fuchs = Lendenmuskel.
[10] Die Hippokratische Schrift περὶ νούσων δ' = de morbis IV ist geradezu eine Fundgrube für physikalische Vergleiche. Die mechanistische Schule der Alexandrinerzeit unter Führung des Erasistratos nahm von dieser Richtung ihren Ursprung.
[11] Das Prinzip der knidischen Schule (die Krankheitslokalisation) konnte erst nach dem Aufschwung der pathologischen Anatomie mit Erfolg durchgeführt werden. Bemerkenswerterweise erfuhr die Lokalpathologie und Lokaltherapie, welche in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast zur Alleinherrschaft gelangte, in den letzten Dezennien durch die ätiologische Richtung und durch zahlreiche, auf den Allgemeinzustand gerichtete Behandlungsmethoden wieder eine Korrektur, welche lebhaft an die Reaktion der koischen Schule gegen die knidische erinnert.
[12] Vergl. die Physiologie der Aegypter. Die koischen Aerzte nahmen nur Atmung durch Mund und Nase an.