[1] Der Zweck, der mit der Konservierung der Antike verfolgt wurde, spiegelt sich deutlich in der christlichen Kunst ab, welche das Material antiker Bauwerke zur Errichtung von Kirchen benutzte.

[2] Ohne auf Einzelheiten hier einzugehen, sei nur ganz im allgemeinen bemerkt, daß bei der Seltenheit der griechischen Sprachkenntnisse sekundäre Quellen, d. h. bloß lateinische Werke oder lateinische Uebersetzungen griechischer Schriften, das wissenschaftliche Grundmaterial bildeten, wobei hinsichtlich letzterer die geringe Zahl zu berücksichtigen ist. In der Blüteepoche bedurften die gebildeten Römer kaum der Uebertragungen aus dem Griechischen, da sie dasselbe beherrschten, die lateinische Uebersetzertätigkeit beginnt, abgesehen von Cicero, erst in der Verfallszeit der Antike einen etwas größeren Umfang anzunehmen.

[3] Daß Uebertragungen von Anbeginn an möglich gewesen wären, beweist die Bibelübersetzung des Ulfilas und späterhin namentlich die angelsächsische Literatur, welche nicht wenige gelehrte Werke umfaßte, zur Genüge. Spuren früher Anteilnahme von Germanen an wissenschaftlichen Studien sind deutlich nachweisbar, wenn auch ihrem einfachen Wesen im allgemeinen „die fremde Kunst” ferne lag.

[4] Uebrigens bestand das Imperium Romanum fiktiv in der politischen Auffassung noch fort, und die römische Kaiseridee bestimmte wesentlich den Gang der Geschichte des Mittelalters; von der tiefgreifenden Veränderung der Dinge hatte jedenfalls anfangs niemand das rechte Bewußtsein.

[5] Unzweifelhaft in Italien und Gallien.

[6] Z. B. in der Physik und Astronomie.

[7] Nach Prokopios meinten die Goten, wer einmal die Rute des Lehrers gefürchtet habe, könne keinem Schwert und keinem Speere mehr mit festem Blick begegnen.

[8] Gegen den Willen der gotischen Großen, welche einen tapferen Krieger, aber keinen Grammatiker zum König haben wollten.

[9] Die öffentlichen Lehrer der Heilkunst — doctores — nahmen also von ihren Schülern ein Gelöbnis entgegen.

[10] Neben den litteratores werden grammatici, oratores, juris expositores genannt. Von der lernbegierigen Jugend besuchte höhere Schulen gab es noch in allen bedeutenderen Städten Italiens. In Rom selbst lehrten oratores und expositores an der durch Valentinian III. begründeten Hochschule als öffentlich angestellte Staatsbeamte, ja ein aus der Gotenzeit erhaltener Erlaß schärft ausdrücklich dem Senate ein, für die unverkürzte Auszahlung der Gehalte an dieselben Sorge zu tragen.