Et tamen, o medici, cunctis impendite gratis

Ut manibus vestris adsit benedictio Christi.

(Alcuinii carmina ed. Dümmler, Poet. lat. aevi Carolini t. I, p. 245.)

[48] L. c. p. 410.

[49] Karl der Große folgte allerdings, was seine Person anlangte, mehr dem eigenen Gutdünken als dem Rat der Leibärzte, so erzählt sein Biograph Einhard (Vita Carol. in Pertz Mon. hist. II, 455): „Et tunc quidem plura suo arbitratu quam medicorum consilio faciebat, quos pene exosos habebat, quod ei in cibis assa, quibus assuetus erat, dimittere et elixis adsuescere suadebant.” In der Vita St. Sturmi (in Pertz Mon. hist. II, 377) erwähnt Eigil den Wintarus als einen der Leibärzte. Der Kaiser selbst hatte in seiner Bibliothek das Buch des Serenus Sammonicus. Gelegenheit zu botanisch-pharmakologischen Studien boten die kaiserlichen Gärten und die Klostergärten. In den ersteren wurden 73 Medizinalpflanzen gezogen (Capitulare de villis), z. B. Rheum Rhaponticum, Erythraea, Centaureum, Squilla, Levisticum.

[50] St. Gallus und St. Pirminus hatten früher, freilich erfolglos, die Votivgaben für Heilungen (Nachbildungen von Körperteilen) als heidnischen Gebrauch gebrandmarkt.

[51] Dies bezieht sich aber nur auf die kirchlichen Kreise, denn sehr bald nach Karls Hinscheiden verlor sich das Interesse der Laien an wissenschaftlichen Bestrebungen, die schola palatina büßte ihre weittragende Bedeutung schon unter Ludwig dem Frommen ein und namentlich die Volksbildung geriet ins Stocken. Seit 817 wurde in den Klöstern die eigentliche Mönchsschule (schola interior) von der, für Laienzöglinge bestimmten, Außenschule (schola exterior) getrennt.

[52] Z. B. Poitiers, Marmoutiers, Ferrières, Lisieux, Soissons, Fontenay, Luxeuil, Lyon, Rheims, Fleury u. s. w., Fulda, Reichenau, St. Gallen, Hersfeld, Osnabrück, Corvey u. s. w. Auch in Italien wurden — gemäß dem Capitulare Lothars von 824 — eine Menge von Studiensitzen von Friaul bis Vicenza, von Cremona bis Fermo geschaffen.

[53] Die Idee der septem artes liberales geht wohl auf griechische Quellen zurück, Martianus Capella stützte sein im ganzen Mittelalter als Schulbuch benütztes Werk auf Varros enzyklopädische Zusammenfassung (Disciplinarum libri IX), welche aber außer den genannten Zweigen auch die Medizin und die Architektur behandelte. Ein bekannter Mönchsvers aus später Zeit gibt folgende Charakteristik der sieben freien Künste:

Gram. loquitur, Dia. vera docet, Rhe. verba colorat,