[12] Der Zweck, der bei der Abfassung des Passionarius voranleuchtete, bestand darin, eine für die Bedürfnisse des praktischen Arztes genügende, enzyklopädische Zusammenstellung der notwendigsten medizinischen (insbesondere therapeutischen) Kenntnisse zu bieten — also eine „Summa medicinalis”. Der Passionarius des G. hatte aber weit ältere Vorgänger, und bereits seit dem 8. Jahrhundert läßt sich das Streben nach derartigen Zusammenstellungen von Exzerpten theoretisch-praktischen Inhalts deutlich in den Mönchscodices verfolgen, welche den gleichen Stoff, nur in roher Form enthalten, vgl. S. 256 und 257.

[13] Die „mulieres Salernitanae”, häufig bei den salernitanischen Schriftstellern zitiert wegen ihrer reichen Kenntnisse namentlich in gynäkologischen und kosmetischen Dingen, waren zum Teil wirkliche Aerztinnen, und es bildete keine Seltenheit, daß insbesondere Frauen oder Töchter der Vorsteher des Collegiums als Lehrerinnen und ärztliche Schriftstellerinnen auftraten. Unter den letzteren werden im Lauf der Jahrhunderte erwähnt Abella (schrieb de atra bile und de natura seminis in Versen!), Mercuriade (schrieb de crisibus, de febre pestilentiali, de curatione vulnerum), Rebecca Guarna (schrieb de febribus, de urinis, de embryone), Constanza Calenda u. a. Gelegentlich der Erwähnung dieser weiblichen Aerzte sagt Mazza (vgl. S. 281) nam ad medicam facultatem mulieres sicut viros aptas esse, scripsit Plato de re publica lib. V.

[14] Trotula wird als multae doctrinae matrona Salernitana gerühmt und soll nach dem Zeugnis des Odericus Vitalis allein unter allen Salernitanern dem gelehrten Rudolfus Mala Corona an medizinischem Wissen gewachsen gewesen sein (vgl. S. 282, Anmerkung 4).

[15] ═ Viaticum.

[16] ═ Der erste Teil („Theorice”) d. Pantegni.

[17] ═ IX. Buch des zweiten Teils („Practice”) d. Pantegni.

[18] Diese pseudogalenische Schrift scheint nicht in der arabistischen Epoche, sondern früher verfaßt zu sein.

[19] Atto soll Schriften seines Meisters in romanische Verse übersetzt haben.

[20] So nennt Leo Ostiensis den Constantinus.

[21] Platearius (a Platea, de la Plazza) ist der Name einer Salernitaner Aerztefamilie, deren Schriften erst in neuerer Zeit kritisch (aber nicht ganz sichergestellt) gesondert wurden. Die Stammtafel der Familie ist folgende: