Den Streit endet der heilge Christ:

Einen schön' guten Abend will Gott euch geben,
Gesundheit und ein langes Leben.
Ich bin gekommen zu dieser Frist,
ich bin genannt »der heilige Christ!«
Ich bin vom Himmel auf Erden gekommen
und hab mir das Schauen vorgenommen;
ich will sehen, ob die Kindelein
fromm und fleißig gewesen sein.
Von welchen ich solches hör und vernehm,
die sollen mich finden bequem;
ich will sie erfreuen durch mein Geschenk,
auf daß sie sollen sein mein eingedenk.
Von denen ich aber werd anders hören,
die sollen meinen Zorn verspüren.
Drum, Andreas, du Diener mein,
examinier mir die Kindelein.

Andreas will nicht, die Englein seien besser informiert, doch bekennt er:

Es mangelt nicht an Sünden groß;
die Welt treibt Böses ohn Unterlaß!

Der Erzengel Michael wird noch deutlicher:

An Herren, Frauen und Gesind
sich oftmals großer Mangel findt;
dein göttlich Wort wird sehr veracht',
ein jeder auf sein Vorteil tracht.

Da nimmt der Tod das Wort. Er ist sehr überlegen und temperamentvoll. Seine Worte stehen in unserem Schlußspiel in der Kindermordszene.

Nach ihm kommt Moses:

Ich bin Moses, arm und elend geboren;
ein Mann von Gott bin ich auserkoren.
Ich hab die Kinder Israel geführt
aus dem Diensthaus Pharao,
aus der Fremdlinge Heer
und trocken durch das Rote Meer.
Auf dem Berg Sinai, da schrie ich zu Gott,
da empfing ich die heiligen zehn Gebot,
da schrieb mirs Gott auf zwei steinerne Tafeln,
daß ichs dem Menschengeschlecht hervor sollte tragen.

1. Engel.