Gotts Pudrament, Gotts Schwefel und Pech.

Im Wiesaer Spiel bricht der große Ruprecht los:

Hopp, hopp, Gotts Perlemann, Gotts Schwefel und Pech.

Fast übereinstimmend schließen unsere erzgebirgischen Spiele mit dem Gesang der Liedstrophe:

Heut schleußt er wieder auf die Tür
zu seinem Paradeis,
der Cherub steht nicht mehr dafür,
dem Herrn sei Lob und Preis.

Dieses Lied führt Weinhold (Seite 124 Anmerkung) in einer ganz köstlichen Verballhornung an:

Jetzt schleicht er wieder aus der Tür
der fromme Paradeis.
(fehlt)
Gott sei Lob und Preis.

Daß aber auch süddeutsche Klänge, wie halbverloren, in unsere Spiele hineintönen, zeigt die Uebereinstimmung des Anfangs des Ernstthaler Spiels mit dem eines Paradeisspiels, das Weinhold (Seite 302) aus Vordernberg in Obersteier mitteilt. Dort heißt es:

Ich trat herein ganz abends spat
ein glückselgen Abend geb euch Gott,
ein glückselgen Abend, ein fröhliche Zeit,
gleich wie uns Gott vom Himmel zeit.

Naturgemäß waren auch die zugewanderten Bergleute die ersten Regisseure und Darsteller der Spiele. Man darf wohl annehmen, daß zunächst die religiöse Begeisterung die Triebfeder des ganzen Tuns gewesen ist. Dies spricht dafür, daß zunächst das Gotteshaus als Schauplatz der Aufführungen in Frage kam. Diese im Gotteshause aufgeführten Spiele sind die Christmetten, Ueberbleibsel jener alten geistlichen Mysterien. Die Christmetten waren in ganz Sachsen verbreitet.