Vom Bahnhof nach dem Markte, die Annaberger Straße weiter, dann rechts die Schützenstraße aufwärts zum Schützenhaus. Dahinter geradeaus, den weiß-gelben Marken folgend, nach Moosheide. Einfaches Gasthaus, 630 m hoch gelegen. Nun den rot-weiß-roten Marken nach, die Fahrstraße weiter nach Grünhain.
Stadt mit 2600 Einwohnern, 630 m hoch gelegen. Industrie: Posamenten, Blechwaren, Spielsachen, Emaillegeräte. Grünhain wurde 1236 vom Burggrafen Meinhardt II. von Meißen gegründet, zunächst als Cistercienserkloster. Es entwickelte sich zu einem der reichsten und angesehensten in ganz Sachsen. 1429 wurde es von den Hussiten verwüstet und 1553 aufgelöst. Die Gebäude wurden durch Krieg und Brand zum größten Teil vernichtet, nur geringe Reste zeugen von verschwundener Pracht, so der »Fuchsturm«, in welchem Kunz v. Kauffungen die Nacht nach seiner Gefangennahme zugebracht haben soll.
Vom Marktplatze die Hauptstraße aufwärts bis vor die Eisenbahnbrücke. Nun links den rot-weißen Marken nach. Über die Bahn, dann links ab. Zum Walde empor. An der Waldecke nach rechts, Fahrweg durch den Spiegelwald zum König-Albert-Turm.
727 m hoch. Aussichtsturm und Sommerwirtschaft. Die Aussicht ist ganz prächtig. Nordost: Unter uns Grünhain; links davon die Greifensteine, darüber hinaus Schloß Augustusburg, rechts von Grünhain die Dreibrüderhöhe. Im Osten: der grabähnliche Pöhlberg, rechts davon der Scheibenberg, dahinter der Bärenstein. Weiter hinter diesem der Preßnitzer Spitzberg. Im Südosten: Fichtel- und Keilberg, rechts davon der Gottesgaber Spitzberg und der Pleßberg (kahl, mit Turm). Süden: unter uns Beierfeld, tief im Tale Schwarzenberg, am Horizont der Plattenberg, rechts hinter Schwarzenberg die Morgenleite mit Aussichtsturm, sowie der Auersberg. Westen: das Auer Tal, dahinter der Filzteich bei Schneeberg, rechts davon die Zwickauer Gegend, dann der Totenstein. Norden: der Rochlitzer Berg.
Wir folgen nun den gelb-weißen liegenden Kreuzen. Zunächst Richtung Grünhain bis zur Waldecke. Nun rechts am Walde hin. Über die Bahn, rechts der Bahnhof Beierfeld. Nun halblinks die Straße überschreiten, dann rechts. Die Wegsäule gibt uns die Richtung zum »Fürstenberg« an. In den Wald. Kurz darauf Wegteilung: rechts hinab. Der Weg bringt uns wieder auf die Fahrstraße, die wir vorher überschritten. Diese nach rechts. Es folgt eine Wegteilung: geradeaus. Bei der nächsten Straßenteilung nach ca. 10 Minuten wiederum geradefort. Dem Wegweiser »Raschau« folgen. An einzelnen Häusern vorüber. Der Weg geht bergab und führt in den Wald. Dem Wegweiser folgend, den 1. Weg rechts ab. Links die König Albert-Buche, 1889 gepflanzt. Nun links hinunter zum Fürstenbrunn.
Hier wurde am 8. Juli 1455 Prinz Albert, der Stammvater der albertinischen Wettiner aus den Räuberhänden Kunz von Kauffungens befreit. An diese Begebenheit erinnert ein Granitobelisk über dem Fürstenbrunn. Daneben ein Blockhaus mit Restaurationsbetrieb, in dessen Gastzimmer sich einige, den Prinzenraub darstellende Bilder befinden.
Nun zu dem nahen Dörfchen Haide, mit der sagenumwobenen St. Oswalds- oder Dudelkirche.
Sie soll 1514 durch den Grünhainer Abt Georg Küttner gegründet und wegen Dazwischenkunft der Reformation nicht ausgebaut worden sein. Die Sage erzählt jedoch folgendes: Der reiche Hammerherr Kaspar Klinger habe den Bergherrn Wolf Götterer aus Elterlein, von dem er sich beleidigt glaubte, meuchlings erschlagen. Er erbot sich, zur Sühne dem heiligen Oswald eine Kirche zu bauen. Dem reichen Hammerherrn gestatteten die Richter solch teure Lösung. Aber der Himmel ließ sich nicht bestechen. Als die Kirche geweiht werden sollte, zog ein schwarzes Wetter herauf. Als der Priester den Hammerherrn ermahnte, den Zorn Gottes durch Reue zu besänftigen, wurde er verlacht. Da fuhr ein Blitzschlag hernieder, erschlug den Sünder und vernichtete die Kirche, sodaß nur die Trümmer übrig blieben. Fromme Scheu hinderte den Wiederaufbau des Kirchleins.
Von hier auf der Raschauer Straße weiter nach dem Dorfe Langenberg mit dem Rittergut Förstel, das von der Leipziger Ortskrankenkasse als Erholungsheim eingerichtet wurde. Vor dem Rittergute erhebt sich ziemlich frei aus der Erde der Silberemlerfelsen.
Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken durch das Dorf nach Schwarzbach und Elterlein.