Sehr bequeme Fußgänger wählen meist diese Tour. Braunsdorf liegt 267 m hoch und wird auch als Sommerfrische gern benutzt (Hotel und Restaurant Haus Flechsig). Von dort über die Zschopaubrücke (Brückengeld 3 Pfg.). An der Mühle vorbei und hinauf zum Schlosse.

Rückwege.

e) SchloßmühleHarraseiche (10 Min.) – Gunnersdorf (¾ Std.) – Thümers Kiefern (½ Std.) – Harrasfelsen (¼ Std.) – Braunsdorf (20 Min.)

Wanderzeit: 2 Std.

Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.

Von der Mühle den Fußweg am Mühlgraben abwärts. Der prächtige Uferweg bringt uns in 10 Minuten zur Harraseiche.

Ein mächtiger Baumriese von 7 m Umfang, zum Umspannen sind fünf erwachsene Personen nötig. Das Alter wird auf 500 Jahre geschätzt. Daneben das Harras-Denkmal mit dem Wappen des Ritters und der Inschrift: »Ritter von Harras, dem tapferen Springer«. An dieser Stelle soll er nach dem kühnen gräßlichen Sprung in die Zschopau gelandet sein. Gegenüber des Flusses droht der Harrasfelsen, von denen der Sprung erfolgte. Hier stand auch Körner und ließ sich von dem lebendigen Eindruck der Stätte der Sage zu der bekannten Ballade begeistern. Eine liebliche Wiese von Laubbäumen umgeben, rahmt Eiche und Denkmal ein.

Wir wandern unseren Fußweg weiter runter, immer am rechten Zschopauufer hin. Links von uns liegt Ortelsdorf. Nach halbstündiger Wanderung über die Ortelsdorfer Brücke nach Gunnersdorf. Gewerbfleißiger Vorort von Frankenberg. An der Brauerei vorüber zu Nerges Gasthaus. Nun um die Hausecke, geradeaus. Nach ca. 3 Minuten bei der Wegkreuzung rechts weiter. Wegweiser »Lichtenwalde-Braunsdorf«. Immer auf dem Wege bleiben. Beim Bahnwärterhaus über die Bahn. Dahinter sofort rechts. Immer in der Richtung des Bahndammes bleiben. Links ein Steinbruch, rechts Bahndurchgang. Der ziemlich breite Fußweg führt in 3 Minuten an Feld; an diesem hingehen, dann die Stufen hinauf in den Wald. 20 Schritte hinter einem Grenzstein rechts ab zu den nahen Thümers Kiefern. Hübsche Aussicht von diesem Rundteil mit Tischen und Bänken. Nun 4 Stufen hinauf, dann rechts ab auf unseren früheren Fußweg. Diesen nach rechts. Der Weg senkt sich und biegt nach links. Bei dem Steine 97 (rechts) noch ungefähr 1 Minute gehen, dann scharf nach rechts. Weg senkt sich wieder, bis zu einer Bank. Dahinter rechts hinab zum Gipfel des Harrasfelsens oder Hausteins. Prachtvoller Blick ins Zschopautal, auf die Lichtenwalder Mühle und das Schloß, rechts Gunnersdorf und links desselben Niederlichtenau. Ein hohes eisernes Kreuz prangt auf der Höhe. Inschrift: »Dem Sänger und Helden Theodor Körner. Von den Bewohnern von Frankenberg zur Erinnerung an den 26. August 1863.« (50jähr. Todestag Körners).

Die Sage berichtet über den Ort: Ritter Harras war mit seinen Knappen vom Schlosse Lichtenwalde zur Fehde ausgezogen. Doch seine Mannen unterlagen. Der Ritter sprengte durch Wald und Dickicht, um seinen Verfolgern zu entgehen. Da steht er plötzlich auf dem Haustein und erblickt gegenüber seine Burg. Die furchtbare Tiefe des Zschopautals trennt ihn von seinem sicheren Hort. Da spornt er das widerstrebende Roß und setzt hinab in die Fluten, das Roß versinkt zerschmettert, aber der Ritter erreicht wohlbehalten das rettende Ufer. Die Sage hat jedenfalls ihre Quelle im germanischen Mythos: »Wotan läßt sich im Sturmmantel auf die Erde nieder.« Die Sage wiederholt sich an verschiedenen Orten: Roßtrappe, Ludwig der Springer usw.