Gretchen: So? Wie weißt Du das?
Bella: Anna hat es mir geschrieben.
Gretchen: Aber was hat man dort anstatt der Orangen-Blüten?
Bella: Einen Zweig von der Myrthe.
Gretchen: So? — In Toscano ist es noch anders. Da tragen die Bräute einen Strauß von Jasmin in der Hand, und ich will Dir auch sagen, warum.
Jasmin war früher sehr selten in Europa. Schiffer hatten diese Pflanze zuerst von Indien mitgebracht, und der Herzog von Toscana hatte sie allein in seinem großen Garten und wollte sie auch allein behalten undbefahl seinem Gärtner, keine Jasmin-Blumen zu vergeben.
Aber der Gärtner liebte ein Mädchen und brachte ihr an ihrem Geburts-Tage einen großen, schönen Strauß; darin war auch ein Zweig von Jasmin. Die Braut freute sich darüber ganz besonders und pflanzte diesen Zweig in ihren Garten.
Die Zeit verging, und der Gärtner hatte sein Mädchen noch nicht heiraten können; denn ihre Mutter sagte: Der Gärtner ist nicht reich genug.
Da verkaufte das Mädchen ihre Jasmin-Blumen, — bekam dafür viel Geld und gab alles ihrem Bräutigam. Nun waren sie reich und machten Hochzeit.
Bella: Und darum trägt noch heute jede Braut in Toscana Jasmin an ihrem Hochzeits-Tage?