Komm', Bella, in's Haus!
Frau Meister: Aber ich bedauere sehr, daß ich Ihrem Herrn Bruder nicht ebenfalls danken kann.
Bella: Ach, warum haben Sie den Herrn Doktor nicht mitgebracht?
Otto: Mein Bruder ging nach Mittag aus, um einige Fabriken zu besichtigen, sowie gegen Abend dieDruckereien unserer größten Zeitungen. Er ist noch nicht zurück und ich vermute, daß er noch in dem untern Teile der Stadt ist.
Martha Meister: Ich hoffe, Ihr Herr Bruder ist wohl.
Otto: Danke, Fräulein; er ist ganz wohl.
Louis: Das glaube ich nicht, Otto. Gestern Nacht, da Du schon lange schliefst, hörte ich ihn in seinem Zimmer, das über dem meinigen ist, auf und abgehen, lange Zeit, so daß ich auch nicht einschlafen konnte, obgleich ich sehr müde war. Und als ich heute Morgen in Albert's Zimmer kam, saß er schlafend auf dem Stuhle, und die Lampe brannte noch; er war nicht zu Bette gewesen. Vor sich aber hatte er Pläne von Maschinen, von Gebäuden und Kalkulationen, von denen ich nichts verstand.
Aber, Albert, sagte ich zu ihm, gehört denn dieses auch zu Deinem Studium? —
Er lächelte und antwortete nichts. Ich weiß wirklich nicht, was ich von ihm denken soll. Mir kommt er vor, als sei er seit gestern nicht mehr derselbe Mensch.
Otto: Das ist DeineEinbildung, Louis; Einbildung, nichts mehr.