Frau Meister: Und Sie könnten recht haben, denn die Ähnlichkeit ist groß; im Ausdrucke des Gesichtes ist Gretchen ihr ähnlich; in Figur und Haltung gleicht unsere Martha ihr. Als dieses Bild gemalt wurde, war meine Schwester siebenzehn Jahre alt; nur eine Kopie existiert von diesem Bilde. Wo diese aber ist, weiß ich nicht. Ah, — da kommt meine Tochter wieder und bringt ihren Papa am Arme. Das ist schön, daß Du kommst, Wilhelm. Du bist nicht böse, daß wir Dich gestört haben, nicht wahr?

Herr Meister: Nein, nein; ich danke Euch allen, denn ich freue mich, meine Freunde begrüßen zu können. Guten Abend, Fräulein Bella! Guten Abend, meine Herren!

Martha: Denken Sie nur, wie liebenswürdig Papa war: er gab mir dieses Manuskript, einen Teil dessen, was er heute geschrieben hat; und er hat mir erlaubt, es Ihnen vorzulesen.

Gretchen: Das ist eine große Ehre für Sie, Herr Louis. Papa tut das sonst nie.

Louis: Herr Meister weiß, daß ich das zuwürdigen verstehe. Nicht wahr, Herr Meister?

Herr Meister: So ist es, Louis, gewiß.

Gretchen: Ich bin wirklich neugierig zu wissen, wie es geworden ist, Papa.

Otto: Worüber schreiben Sie jetzt, Herr Meister?

Herr Meister: Über die alte deutsche Litteratur.

Martha: Dieser Teil in meiner Hand ist einiges aus dem Nibelungen-Liede.