»O, eine edle Himmels-Gabe ist
Das Licht des Auges — alleWesen leben
Vom Lichte, jedes glücklicheGeschöpf
Die Pflanze selbst kehrt freudig sich zum Lichte.
Und er muß sitzen, fühlend, in der Nacht,
Im ewig Finstern — ihnerquickt nicht mehr
DerMatten warmes Grün, der BlumenSchmelz,
Die rotenFirnen kann er nicht mehr schauen —
Sterben ist nichts, — doch leben und nicht sehen,
Das ist ein Unglück. — Warum seht ihr mich
So jammernd an? Ich hab' zwei frische Augen
Und kann dem blinden Vater keines geben,
Nicht einen Schimmer von dem Meer des Lichts,
Das glanzvoll, blendend mir in's Auge dringt.«

So spricht der junge Melchthal und er schwört demWüterich Rache und spricht zu den beiden Männern, Walther Fürst und Stauffacher, daß sie an's Freiheits-Werk gehen mit ihm. Und sie machen einen Plan, und dann ruft der junge Melchthal diese Worte:

— »Blinder, alter Vater,
Du kannst den Tag der Freiheit nicht mehr schauen;
Du sollst ihn hören. — Wenn von Alp zu Alp
DieFeuerzeichen flammend sich erheben,
Die festen Schlösser der Tyrannen fallen,
In deine Hütte soll der Schweizer wallen,
Zu deinem Ohr die Freuden-Kunde tragen,
Und hell in deiner Nacht soll es dirtagen

Bella: O, Gretchen, ist das herrlich!

Louis: Und wie schön, wie schön Sie das lesen, liebes Fräulein. Sehen Sie, meiner Schwester Martha kommen die Thränen aus den Augen.

Martha Parks: Ja, und Dir auch, Louis.

Martha Meister: Mit Thränen dürft Ihr aber nicht aus unserm Hause gehen; bleibet noch ein wenig hier, wir wollen — ja, was wollen wir doch gleich tun? Bella, Gretchen, sprechet!

Bella: Laßt unsPfänder spielen.

Gretchen: O ja; »Zwanzig Fragen«.

Martha Meister: Ich möchte Euch einenVorschlag machen. Als Du, liebe Schwester, Annas Brief vorgelesen hattest, kam mir die Idee, wie interessant es sein müßte, wenn wir Rätsel gäben, wie Anna es getan hat in ihrem Briefe. Entschuldigt mich einen Moment, und dann werde ich Euch zeigen, was ich meine; ich will nur jenen Kasten mit Photographien holen. So, ich habe hier diese Bilder gewählt. Ich gebe Ihnen eins, Herr Louis, und auch Dir eins, Martha. Aber du mußt es niemandem zeigen, Martha; halte es fest an Dich — so, das ist recht.