Herr Meister: Mit Vergnügen, meine Freunde:

Genua war einst eine Republik und Andreas Doria war Doge.

Er wargerecht gegen alle; daher liebte man ihn. — Aber anders war es mit seinem Neffen. — Er war tyrannisch und man begann ihn zu fürchten.

Aber im Stillen war bereits eineVerschwörung gegen Doria und sein Haus entstanden; und das Haupt der Verschwörung war Graf Fiesko.

In der Nacht vor dem Ausbruche der Verschwörung aber konnte Fiesko keinen Schlaf finden; — und unruhig ging er auf dem Balkon seines Palastes auf und ab, mit sich redend:

Da liegt es vor mir, Genua, die Königin des Meeres, vom Monde beschienen. — SeinSchicksal liegt in meiner Hand. — Noch kann ich'swenden, wie ich will. Genua eine Republik oder Monarchie; Republikaner Fiesko oder König Fiesko.

Und die beiden Engel, der böse und der gute, ringengewaltig in ihm.

Der gute Engel siegte — einen Moment nur; dann aber ward der böse Engel Herr.

Mehr, meine Freunde, will ich nicht erzählen vom Drama. — Aber das genügt für Sie, eine wunderbare Gabe dieses großen Poeten zu erkennen.

Mit seinemSeherblick schaute er wie ein Prophet in die Zukunft undschilderte Jahre voraus, was später inWirklichkeit kam: