Louis: Aber — ich kann nicht.
Herr Meister: Nur Muth, mein Freund! Sie haben so viel gelernt, — und alles so gut, daß Sie es in vielen Jahren nicht vergessen werden. Sie schütteln den Kopf, — Sie glauben es nicht? So tat auch ich einmal, da ich fremde Sprachen studierte. Das aber weiß ich nun: Eine Sprache, gut studiert, wird in uns ein lebender Organismus undfaßt tiefe Wurzeln, wie ein Baum in Mutter Erde. — Im Stillenwächst er; der Stamm wird stark, er grünt; und eines schönen Morgens steht er da in Blüten. Ganz so ist es mit einer Sprache.
Louis: So?
Otto: Ihre Worte machen Louis glücklich; nicht wahr, mein Bruder?
Louis: Ja, — ich habe wiederMut. Ich muß wieder lernen und schnell und perfekt lernen; denn — Wissen Sie nicht, Herr Meister, daß Bruder Albert hier ist?
Herr Meister:Wirklich?
Louis: Ja, er ist letzten Donnerstag angekommen.
Herr Meister: Nun, das freut mich. Ihre Eltern sind wohl recht glücklich?
Louis: Ja, — und wir alle. Otto, Schwester Martha und ich.
Herr Meister: Das will ich glauben. Auch wir halten hier einen lieben Gast. — Wollen Sie einenAugenblick entschuldigen? — Ich will nur jene Thüre öffnen. — Meine Damen, haben Sie doch die Güte, hereinzukommen in mein Studier-Zimmer.