Lil is ein gutes Medchen. Ich hab sie am libtsn. Ich will fersuchn ihr zu folgn damit ich bei ihr wohnen darf wenn sie ihre eigne Wirtschaff hat. Sie sagt, ich darf. Sie wird ein kleines Zimmer eigens fir mich habn mit einer Brummsäge, ein Feßchen Negl, un alle Werkzeige.
Ich denke ich werde Montag nich erzehln, das sie sich das Haar mit Teerseife bleicht um es so goldfarbig zu machn — es wahr früer so schwarz wi Kohle. Oh Godt! bin ich froh! so eine Menge Kuchn! Die Leite fon kleinen Hans habn keine Hochtzeit wi wir. Heut hat er sich eimal duckn missn!
Ich wahr so beschefftigt, das ich schon greßlich lang nich in mein Tagbuch geschribn hab. Ich glaube manchmal sin kleine Brider sehr nitzlich, wenn man sie nur heflich bidtet.
Meine Fiße sin so mid, wenn ich zu Bed geh, weil ich den ganzn Tag laufn muß um Schpuln Zwirn, Seide, Kattuhn, Nadln, Muster, Citrohnen, Rosihnen, zur Post, zu Herrn de Jones mit Brifchen un so weiter. Ich wollte, ich kennte sie abschnalln wi der alter Willi Giles um abens tut.
Morgn is der großer Tag, wo die Hochtzeit sein soll. Ich muß nur schnell schlafn gehn, damit ich frih auf bin.
Nun is alles foriber. Ich wahr sehr zeitlich auf un ganz munter. Sie solltn um elf Uhr in der Kirche heiratn. Die Kechin un alle hadtn zu fiel zu tun um mir Frihschtik zu gebn. Sie sagte: »Nimm dir selbs Brot un Budter. Ich hab schreklich fiel zu tun.«
Ich wußte nich, das kleine Jungen Budterbrot essn missn, wenn ihre Schwestern heiratn. Ich ging hinein, wo sie eine große lange Tafl aufgeschtellt hadtn mit Blumen un Salat, Kuchn, Austern un noch fiele andre Sachn. Weil ich schtehnblib konnte ich noch 2mal so fiel essn, als wenn ich mich nidergesetzt hedte.
Es wahr nimand da. Ich ferschittete einen Krug mit rotn Wein am Tischtuch. So ein großer Flek! so ein Geruch fon Wein! Ich lif so geschwind ich nur konnte henaus, damit sie denkn Betti hat es ferschittet.