Enlich kamen wir zu der Schtadt, wo schon licht war. Leite lifn heraus un wolltn uns aufhaltn. Nach einer Weile lif das Ferd direk in dem Mietschtall wo es hingeherte. War das nich ein gescheites Ferd? Dort schtand es ganz schtill un zidterte. Di Leite halfn uns aus den Wagn. Dann sagte ich zu Elsbett: »Warum has du nur so geschrin? Es war doch nich so gefehrlich!«
»Schorschi, bis du es? Ich glaubte es sei ein toller Hund, der mich die ganze Zeit beißn wollte. Was hat denn dann dem Lerm gemacht? Ich hab mich noch ni im Lebn so gefirchtet. Du nichsnutziger godtloser Junge! Du hedtest mein Tod sein kennen! Du solls aber heute den Schtock geherig zu kostn bekommen! Ich glaube, das ich mich nie, nie fon disn Abend erholn werd. Oh Herr Mietschtallbesitzer wolln sie nich ein andres Ferd nehmen un zurick fahrn um Herrn Wilkins — er is irgendwo an der Schtraße ein par Meiln hinter uns. Oh was fir ein Wunder das wir nich in 10 000 Schtike zerschmedtert worn sind! Oh, ich werde ohmechtig! Du greßlicher schlechter unruiger Junge, schau was du angeschtellt hast! Papa wird dir heut schon helfn.«
»Ich wollte nichs böses tun,« sagte ich, »ich kroch unter dem Sitz um zu hörn, was Herr Wilkins sagn wird. Ich glaube, wenn ich ein Medchen Engl nenne, mecht ich nich henausschpringen, um sie mit einen withenden Hund allein lassn. Oho, er wird die Wasserscheu krign, was? Filleich hat er sie schon, er is greßlich gebissn! Kann sein, das sich sein andres Aug bewegt, wenn er Kremfe krigt. Wenn er schon toll wird, so will ich hoffn, noch for Weihnach, Fräuln Elsbett —«
Ich konnte nich ausredn, weil sie mir die Hand forn Mund hilt. Die Menner grinstn un ich mußte nachausgehn, weil Elsbett mich puffte.
Sie saßn bein Tee wi wir hereinkamen. Die Sachn rochn so gut un ich wahr schreklich hungrig, aber ich hadte ein schweres Herz — ich wußte ich wers krign.
»Follkommen unferbesserlich!« sagte Papa, wi Elsbett fertig wahr. »Du gehst zubedt, bis ich bereit bin, mit dir zu ferhandln.«
Wi ich langsam un sorgnfoll die Treppe henaufging herte ich Susann un den Dokter lachn, wi wenn sie erschtikn mißtn — ich weiß nich woriber.
Betti schlipfte so gegn nein Uhr zu mir un brachte mir ein gutes warmes Nachmahl. Betti is ein Juwehl. Sie kann Herrn Wilkins auch nich leidn — weniger noch wi ich. Sie sagt es is schreklich, wi oft ich in der Patsche komme, so ein unschulger kleiner Junge, der gern ein Muster sein mecht. Si erzehlte mir, das Herr Wilkins grad zurikgekommen is, greßlich schmutzig un die Schtifl zerrissn wi er aus den Wagn schprang. Ich fragte sie ob sich sein Glasaug schon bewegt. Sie sagte sie will Mamma bittn, Papa zu sagn, das er mich dismal nich priglt.
So, nun lebwohl mein Tagbuch. Ich bin zur letzte Seite gekommen. Ich hab dir alle meine Hoffnungen un Besorgnisse erzehlt — wi Lil in ihren sagt. Libe Lily, di helt jetz selber Haus. Ich will sie nechste Woche besuchn, wenn ich meine Schtrafe iberleb. Betti is sehr beschefftigt mir Watte in di Hosn un dem Rock einzunehn, so das ich schwache Hoffnung hab, di Prigl zu iberlebn. Ich bete, das ichs mechte. Ich here meinem Fater auf der Treppe — fahr wohl mein Tagbuch! Ich hab einen Plahn zu entwischn. Dir will ich ihm erzehln. Ich will in die untre Schreibtischlade krichn, dort wird er mich nich suchn. Betti wird di Lade bis auf einen Zoll zumachn, das ich atmen kann. Oh was fir ein Schpaß, Papa eimal dran zukrign!